Funkchips: Apple und Broadcom schließen Multimilliarden-Deal

Broadcom wird auf mehrere Jahre ein zentraler Zulieferer für Apple bleiben. Der iPhone-Konzern dürfte bereits an eigenen Funkkomponenten arbeiten.

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(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)

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Apple hat zwei mehrjährige Lieferabkommen mit dem Chip-Hersteller Broadcom geschlossen. Es geht um die Bereitstellung nicht näher genannter Funkkomponenten und Module für Apple-Hardware. Die Vereinbarungen sollen Apple-Produkte abdecken, die von Anfang 2020 bis Mitte 2023 eingeführt werden, teilte Broadcom mit.

Broadcom zählt seit vielen Jahren zu Apples größten Zulieferern, neben speziellen Hochfrequenzchips rund um das Mobilfunkmodem in iPhones lieferte der Hersteller unter anderem auch WLAN-Chips an Apple. Ein drittes, ähnliches Lieferabkommen mit Apple hatte Broadcom bereits 2019 geschlossen. Der Chiphersteller erwartet eigenen Angaben zufolge, dass die Geschäfte mit Apple einen Umsatz von insgesamt rund 15 Milliarden US-Dollar bringen.

Broadcom hat seine Sparte für Hochfrequenzchips Ende des vergangenen Jahres zum Verkauf gestellt, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet – potenzielle Käufer wüssten durch die Mitteilung, dass sie auch ein wichtiges Lieferabkommen mit Apple übernehmen.

Im Dezember wurde bereits spekuliert, Apple könnte Interesse am Kauf der Broadcom-Sparte haben, um die Entwicklung eines geplanten hauseigenen Baseband-Modems voranzutreiben – es wäre für Apple-Verhältnisse aber eine massive Übernahme, der Konzern kauft gewöhnlich kleine spezialisierte Firmen. In einem großen Deal hat Apple im vergangenen Jahr bereits die Mehrheit an Intels Sparte für 5G-Mobilfunkmodems übernommen und besitzt seitdem auch über 17.000 Patenteinträge für Funktechnik.

Für Herbst 2020 werden die ersten 5G-fähigen iPhones erwartet, allerdings noch ohne Apple-eigenes Baseband. Nach einem erbitterten Rechtsstreit mit Qualcomm hat Apple im Frühjahr 2019 überraschend ein neues Lieferabkommen mit dem Chiphersteller geschlossen, da Intel den Zeitplan für ein eigenes 5G-Modem offenbar nicht einhalten konnte – und Apple die Einführung eines "iPhone 5G" wohl nicht länger hinausschieben wollte. (lbe)