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Geänderte Besteuerung: iTunes ab Februar in Irland

Apple betreibt das Geschäft mit digitalen Inhalten, Software und Musik-Streaming in Kürze von Irland aus. Den bisherigen Standort Luxemburg hat Apple nach Einführung einer neuen Steuerregelung aufgegeben.

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(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

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Ab dem 5. Februar führt die Apple-Tochter Apple Distribution International den iTunes Store, Apple Music, App Store und iBooks Store von der irischen Stadt Cork aus – der bisherige Standort Luxemburg wird aufgegeben. Dies teilte das Unternehmen in einer E-Mail an Entwickler mit.

Seit vergangenem Sommer ist bereits bekannt, dass Apple Luxemburg verlässt. Die Tochterfirma iTunes S.à.r.l betrieb das Geschäft mit digitalen Inhalten dort seit 2004. Die Firma wurde im vergangenen Herbst mit Apple Distribution International zusammengeschlossen, an den bestehenden Verträgen mit den Entwicklern ändert sich deshalb nichts, betont der iPhone-Hersteller.

Der Standort Luxemburg ermöglichte über viele Jahre den Verkauf von Apps und Inhalten in Europa zum vergleichsweise niedrigen Steuersatz in Höhe von 15 Prozent. Mit einer neuen EU-Umsatzsteuerregelung fiel dieser Vorteil zu Beginn des Jahres 2015 weg. Seitdem gilt für digitale Waren der Umsatzsteuersatz des Landes, in dem der Käufer den Wohnsitz hat, dies gilt auch für Apps. Die Umsatzsteuer liegt in allen anderen EU-Ländern teils deutlich über den einst 15 Prozent in Luxemburg, dort wurde der Satz vor zwei Jahren auch auf 17 Prozent angehoben.

In EU-Ländern beinhaltet der im iTunes Store und App Store gezeigte Verkaufspreis bei Apps und Inhalten wie Musik und Spielfilmen stets die Umsatzsteuer. Apple führt diese ab, behält dann gewöhnlich 30 Prozent des Nettoverkaufspreises als Provision ein und überweist die restlichen 70 Prozent an den Entwickler.

Apple ist schon seit den 80er Jahren in Irland ansässig und beschäftigt dort derzeit knapp 6000 Mitarbeiter, betont das Unternehmen in dem Schreiben an Entwickler. Im Rahmen des Ausbaus des Standortes Cork werde das iTunes-Geschäft dorthin verlagert.

Die EU-Kommission fordert von Apple inzwischen eine Steuernachzahlung von über 13 Milliarden Euro an Irland. Die Kommission hatte nach jahrelanger Prüfung entschieden, Apples Steuervereinbarungen in Irland seien als illegale staatliche Beihilfe zu werten. Der iPhone-Hersteller hat dagegen im Dezember Berufung eingelegt. (lbe)