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Geforderte Apple-Steuernachzahlung: Auch Irland errechnet rund 13 Milliarden Euro

Nach Kalkulationen der irischen Finanzbehörde hat Apple Steuern "in der Größenordnung" von 13 Milliarden Euro noch nicht beglichen. Allerdings ficht auch Irland die von der EU-Kommission gegen Apple verhängte Nachzahlung an.

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Die EU wirft Irland vor, mit Steuervergünstigungen für Unternehmen illegale Beihilfen gewährt und so den Standort-Wettbewerb mit anderen Ländern verzerrt zu haben.

(Bild: dpa, Maja Hitij)

Die strittige, von der EU-Kommission gegen Apple verhängte Steuernachzahlung beträgt auch nach Ansicht der irischen Finanzbehörde rund 13 Milliarden Euro – sie liege “in dieser Größenordnung”, teilte der Leiter der Behörde am Donnerstag mit, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Man habe "über 95 Prozent der Berechnungen" zu Apples Steuerschuld inzwischen abgeschlossen und wolle das Ergebnis noch vor Ende April der Europäischen Kommission mitteilen.

Die EU-Kommission ist vor zwei Jahren zu der Ansicht gelangt, die Steuervereinbarungen zwischen Apple und Irland würden eine unzulässige staatliche Beihilfe darstellen. Apple habe über viele Jahre deutlich weniger als den für andere Firmen geltenden Satz von 12,5 Prozent gezahlt. Die Kommission hat Irland deshalb dazu angewiesen, Steuern von Apple nachzufordern – und die Höhe bereits auf rund 13 Milliarden Euro eingeschätzt. Gegen diese Entscheidung gehen sowohl Apple als auch die irische Regierung vor, das Verfahren läuft noch.

Nach letztem Stand erwartet Irland, dass Apple im März erste Zahlungen vornimmt und über mehrere Monate schließlich die gesamte geforderte Milliardennachzahlung auf ein Treuhandkonto einzahlt. Der Betrag soll in “wenig riskante festverzinsliche Wertpapiere investiert werden”, bis die Angelegenheit geklärt ist.

Apple geht davon aus, das Geld letztendlich zurückzuerhalten. Apple-Chef Tim Cook tat die Steuernachforderung 2016 als “politischen Scheiß” ab. Bei Apple habe niemand "irgendwas falsch gemacht" – stattdessen seien der EU-Kommission “schwerwiegende Fehler” in Hinblick auf die Geschäftsaktivitäten des Konzerns außerhalb Irlands unterlaufen.

Apple will einen Großteil seiner massiven Auslandsgewinne nun zurück in die USA überführen und dafür dort rund 38 Milliarden Dollar Steuern entrichten. Nach der Rückführung will das Unternehmen außerdem rund 160 Milliarden Dollar des angehäuften Barbestandes loswerden – etwa durch Ausschüttungen an Aktionäre und Übernahmen. Details sollen erst im April bekanntgegeben werden.

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(lbe)