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Gephishte Promi-Nacktfotos: Vormaliger Lehrer unter "Celebgate"-Tätern

Ein ehemaliger Sonderpädagoge nutzte der Anklage zufolge Forensik-Software, um iCloud-Backups auf Nacktfotos hin zu durchstöbern.

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iCloud-Login

Mit den erschlichenen Zugangsdaten suchten die Täter in den Online-Accounts ihrer Opfer private Aufnahmen.

Im Skandal um die Veröffentlichung von Promi-Nacktfotos, der unter Bezeichnungen wie “The Fappening” und “Celebgate” im Jahr 2014 international für Aufsehen sorgte, hat sich nun ein fünfter Mann für schuldig bekannt: Der 31-Jährige US-Amerikaner erschlich sich angeblich Zugang zu iCloud-, Facebook- und Yahoo-Accounts von über 200 Personen, darunter Prominente wie Nicht-Prominente.

Zur Erlangung der Benutzernamen und Passwörter habe der Mann auf Phishing gesetzt, wie die Staatsanwaltschaft der US-Bundesstaates Virginia mitteilte: Mit vorgeblich von Apple stammenden Sicherheitsmitteilungen lockte er die Opfer zur Preisgabe ihrer iCloud-Zugangsdaten. Zudem habe er Zugriff auf Accounts durch die Beantwortung von Sicherheitsfragen mit in sozialen Netzen gefundenen Informationen erhalten, heißt es weiter.

Bei dem Täter handelt es sich um einen ehemaligen High-School-Lehrer für Sonderpädagogik, wie die Washington Post berichtet. Er sei auch in Accounts seiner zum Tatzeitpunkt noch minderjährigen Schwägerin sowie von Kollegen und Schülern an der Schule eingebrochen, schreibt die Zeitung.

Mit Kenntnis der Zugangsdaten wurden die Online-Accounts der Opfer auf intime Foto- und Videoaufnahmen hin durchforstet, wie die Staatsanwaltschaft ausführt. Um iCloud-Backups schneller zu durchsuchen, habe der Mann zudem für Strafverfolger gedachte Forensik-Software des russischen Herstellers Elcomsoft eingesetzt, heißt es weiter.

Der ehemalige Lehrer bekannte sich zu unautorisiertem Computer-Zugriff sowie zu Identitätsdiebstahl. Ihm droht nach Angabe der Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe in Höhe von mindestens zwei bis maximal sieben Jahren, bislang werden 34 Monate im Gefängnis als Strafmaß gehandelt, ein Urteil soll erst Anfang 2019 erfolgen. Vier andere Männer haben sich bereits zuvor in diesem Fall für schuldig bekannt und Haftstrafen von unter zwei Jahren erhalten.

Die Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence, die neben anderen bekannten US-Schauspielerinnen wie Kirsten Dunst zu den Celebgate-Opfern gehört, bezeichnete die Veröffentlichung gestohlener Nacktfotos 2014 als sexuellen Missbrauch, es handele sich nicht um einen Skandal, “sondern ein Sexverbrechen". (lbe)