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Google-Boss kritisiert Apple: Privatsphäre "kein Luxusgut"

In einem Kommentar für die "New York Times" schreibt Sundar Pichai, er wolle Datenschutz nicht nur für Leute, die sich "Premiumprodukte" leisten könnten.

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Pichai leitet Alphabets wichtigsten Umsatzbringer.

(Bild: dpa, Rajat Gupta/Archiv)

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Apple-CEO Tim Cook ist aktuell auf einer Mission: Er wird in zahlreichen Interviews nicht müde zu betonen, wie wichtig seiner Firma der Schutz der Privatsphäre ihrer Kunden ist. Das scheint Google-Boss Sundar Pichai ein wenig neidisch zu machen.

Neben der Ankündigung einer großen Datenschutzinitiative auf der Hausmesse I/O ging er mit einem persönlichen Kommentar ("OpEd") in der New York Times an die Öffentlichkeit, in dem er deutliche Seitenhiebe in Richtung Cupertino abfeuerte.

In dem Text mit der Überschrift "Privatsphäre sollte kein Luxusgut sein" wird Apple zwar mit keiner Silbe erwähnt, wer gemeint ist, wird aber sofort klar. Pichai schreibt, Googles Mission sei es, Produkte zu schaffen, die "universell zugänglich und nützlich" sind. Dem Unternehmen sei die Erfahrung auf Low-Cost-Telefonen in Ländern, die gerade erst online gingen, genauso wichtig wie die Erfahrung der Kundschaft auf Highend-Geräten. "Für uns bedeutet dies, dass Privatsphäre kein Luxusgut sein kann, das nur Leuten angeboten wird, die es sich leisten können, Premium-Produkte und -Dienste zu kaufen."

Die Argumentation des Google-Chefs erinnert dabei an jene von Facebook-CEO Mark Zuckerberg, der – zumindest vor der jüngsten großen Datenschutzinitiative des Social Networks – gerne betonte, Werbefinanzierung sei das einzige rationale Modell für den Aufbau eines solchen Dienstes, denn es gebe ja "viele Menschen, die es sich nicht leisten können, zu zahlen".

Pichai räumte auch ein, Google nutze Daten, "um Produkte nützlicher für alle" zu machen. Dabei schütze man aber auch "Ihre Informationen". Selbst bei Angeboten, bei denen es Bezahlprodukte gibt, etwa YouTube Premium, wollte Google "viele Privatsphärenkontrollmechanismen" einbauen. Pichai nannte etwa den bekannten Inkognito-Modus in Chrome, den es mittlerweile auch für YouTube gibt.

Ein weiterer kleiner Angriff kontra Apple steckt unterdessen in der jüngsten Betaversion von Android Q. Google orientiert sich bei der Gestenbenutzerführung erstaunlich nah am Interface, das Apple vorletztes Jahr mit dem iPhone X eingeführt hatte. Den bekannten Apple-Kommentator John Gruber macht das stinkig. "Hat Google keinen Stolz? Kein Schamgefühl?" – "Sie sollten es Android R für "Rip-off" nennen." (bsc)