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Google-TV-Dienst lässt sich von Apple-Usern 5 US-Dollar mehr bezahlen

Google-TV-Dienst lässt sich von Apple-Usern 5 US-Dollar mehr bezahlen

YouTube-TV-Logo.

(Bild: Google)

Das nur in den USA zugängliche YouTube TV hat die Preise erhöht. Besonders hart trifft es Kunden mit iPhone & Co.

Dass Apple-Nutzer für bestimmte Services draufzahlen müssen, ist auf iPhone & Co. leider keine Neuerung: Inhalteanbieter wie etwa Spotify berechnen einen Aufschlag, um Apples standardmäßig verlangte Provision in Höhe von 15 beziehungsweise 30 Prozent gegenfinanzieren zu können. Google langt in den USA im Rahmen seines Fernsehdienstes YouTube TV nun allerdings besonders harsch zu: Fünf Dollar mehr im Monat sollen User zahlen, nur weil sie Apple-Technik nutzen.

Dies wurde im Rahmen einer allgemeinen Preiserhöhung des Angebots bekannt. YouTube TV, mit dem man mehr als 70 TV-Kanäle per Web oder App betrachten kann, kostet dann standardmäßig 50 US-Dollar im Monat, was bereits ein signifikanter Aufschlag gegenüber dem Startpreis von 35 Dollar im Monat aus dem Jahr 2017 ist. Begründet wird dies mit neuen Inhalten; so kommen Sender des vor allem für seine Dokus bekannten Netzwerks Discovery hinzu, darunter Animal Planet oder Travel Channel.

Möchte man YouTube TV jedoch direkt auf iPhone, iPad oder Apple TV buchen und dann bequem über die bei seiner Apple-ID hinterlegte Kreditkarte bezahlen, wird es nochmals deutlich teurer: Dann sind fünf Dollar mehr, also insgesamt 55 Dollar im Monat, zu bezahlen. Umgehen lässt sich dieser Aufpreis vergleichsweise leicht: Man muss nur im Browser buchen (mit Kreditkarte) und dann die Zugangsdaten in der YouTube-TV-Anwendung eintragen. Ein wenig Bequemlichkeit kostet Apple-User also satte 60 Dollar im Jahr. Immerhin lässt sich ein so angelegtes Abo leicht kündigen – direkt in den Systemeinstellungen auf dem Gerät.

YouTube TV hatte seine Preise zuletzt im vergangenen Frühjahr erhöht. Es ist nicht der einzige sogenannte OTT-Dienst (Over-the-top media service), der das Internet zur Verbreitung von TV-Inhalten verwendet und gerade in den USA seine Preise erhöht hat. So langen etwa auch AT&T (DirectTV Now) oder Hulu kräftig zu, Basispakete scheinen sich bei rund 50 Dollar einzupendeln.

Apple wird von Inhalteanbietern in letzter Zeit häufiger vorgeworfen, eine zu hohe Provision zu verlangen. So hat Spotify mittlerweile in der EU eine Kartellbeschwere eingereicht [1]. Mit dieser soll erreicht werden, dass Apple keine "unfairen Vorteile" (O-Ton Spotify) wegen des Betriebs seiner Plattform mehr hat. (bsc [2])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4374649

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Spotify-reicht-Wettbewerbsbeschwerde-gegen-Apple-ein-4334587.html
[2] mailto:bsc@heise.de