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Handelskrieg mit den USA: Türkische Aktivisten zertrümmern iPhones

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zum Boycott von amerikanischen Produkten aufgerufen – und seine Anhänger scheinen dem zu folgen.

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Handelskrieg mit den USA: Türkische Aktivisten zertrümmern iPhones

Ein zerstörtes iPhone.

(Bild: "iPhone 4 shattered" / Andrew Becks / PD)

Anhänger des türkischen Präsidenten und AKP-Führers Recep Tayyip Erdogan haben nach Boycott-Aufrufen gegen die USA damit begonnen, Apple-Produkte zu zerstören. In sozialen Medien spielten am Dienstag Zehntausende Menschen Videos von türkischen Aktivisten ab, die in Solidarität mit dem Präsidenten ihre iPhones zertrümmerten. Die Filme bekamen viele Likes.

Erdogan hatte zuvor in einer Rede betont, sein Land werde in Reaktion auf den aktuellen Handelskonflikt mit US-Präsident Donald J. Trump elektronische Produkte aus den Vereinigten Staaten nicht mehr einsetzen. "Wenn die USA iPhones haben, dann haben wir Samsung", sagte er vor AKP-Anhängern. Die Türkei werde in Zukunft mehr qualitativ hochwertige Waren selbst produzieren und diese auch exportieren. Erdogan nannte etwa die heimische Unterhaltungselektronikmarke Vestel, die in der Vergangenheit mit optisch dem iPhone ähnlichen Smartphones mit Android-Betriebssystem aufgefallen war.

Auslöser des Konflikts mit den USA ist die Festsetzung eines evangelikalen US-Pastors in der Türkei. Um seine Freilassung zu erzwingen, hatte US-Präsident Donald Trump am Freitag angekündet, einige Strafzölle auf Waren aus der Türkei zu verdoppeln. Zuvor hatten die USA bereits zwei türkische Minister direkt mit Sanktionen belegt.

Apple hatte in den vergangenen Jahren stark in der Türkei investiert und dort im Jahr 2014 auch erstmals ein eigenes Ladengeschäft eröffnet. Aktuell gibt es zwei Apple Retail Stores in der Metropole Istanbul. Apple vertreibt zudem direkt online beziehungsweise nutzt lokale Händler und Serviceanbieter. Konzernchef Tim Cook lässt es sich zudem nicht nehmen, jährlich auf den türkischen Kindertag via Twitter hinzuweisen.

2016 hatte der türkische Vizepremier Mehmet Simsek Apple offiziell dazu aufgefordert, "in die Türkei zu ziehen" – dort also auch zu produzieren. Er versprach dem Konzern ein besseres Geschäftsumfeld und niedrigere Steuern als in der Europäischen Union. (mit Material von dpa) / (bsc)