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Harsche Arbeitsbedingungen: Kritik an Apple-Zulieferer Catcher flammt wieder auf

Der iPhone-Gehäusefertiger verstößt der Untersuchung einer Arbeitsrechteorganisationen zufolge gegen Auflagen und verschmutzt die Umwelt. Apple konnte keine Verstöße feststellen.

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Apple

(Bild: dpa, Chen Zhongqiu)

China Labor Watch hat erneut Vorwürfe gegen den Apple-Auftragsfertiger Catcher erhoben. Bei der heimlichen Untersuchung eines Werks habe man wieder erhebliche Missstände, darunter fehlende Vorkehrungen zum Schutz der Arbeiter protokolliert, schreiben die Arbeitsrechtler: So seien Angestellte zum Beispiel “giftigen Substanzen” ausgesetzt gewesen ohne über deren Gefahren aufgeklärt zu werden.
Auch sei man auf eine merkliche Luftverschmutzung gestoßen – der versteckte Prüfer habe das Werk nach vier Wochen wegen Atembeschwerden verlassen müssen, schreibt China Labor Watch.

Das Ergebnis der Untersuchung der Arbeitsrechteorganisationen wird gestützt von Interviews mit Arbeitern, die die Finanznachrichtenagentur Bloomberg geführt hat: In diesen wurde über “harsche Bedingungen” in dem Werk berichtet, in dem unter anderem iPhone- und MacBook-Gehäuse gefertigt werden – so seien etwa die eigentlich benötigten Schutzbrillen und Ohrstöpsel nicht immer verfügbar.

Apple hat bei einer eigenen Untersuchung keine Regelverstöße in dem Werk feststellen können, wie der Konzern gegenüber Bloomberg betonte. Apple habe dafür 150 Arbeiter interviewt, zudem seien Apple-Mitarbeiter vor Ort. Das Unternehmen sehe sich dem Schutz der Arbeiter in der Lieferkette verpflichtet und es werde jeder Vorwurf untersucht, erklärte der iPhone-Hersteller, “wir wissen, dass diese Arbeit nie getan ist”.

China Labor Watch hatte bereits in den Jahren 2013 und erneut 2014 von zahlreichen Missständen in dem Catcher-Werk berichtet, darunter erzwungene Überstunden, schlechte Entlohnung und Feuer- sowie Sicherheitsrisiken wie etwa blockierte Notausgänge und unzureichender Schutz beim Umgang mit giftigen Chemikalien. Man habe "verbesserungswürdige Bereiche" bei Catcher gefunden, erklärte Apple damals – und einen Plan zur Korrektur der Missstände entworfen. Der Hersteller veröffentlicht alljährlich einen Bericht zu den Zuständen bei Zuliefern. Apple beschäftigt nach eigener Angabe über 1.000.000 Arbeiter in der eigenen Lieferkette. (lbe)