Heimliche iPhone-Drosselung: Apple akzeptiert Strafzahlung in Frankreich

Apple habe über die Drosselung älterer iPhones per Software-Update nicht informiert und dadurch Kunden getäuscht, so Frankreichs Wettbewerbsbehörde.

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Besonders das iPhone 6s galt als Problemkind, das sich gerne plötzlich abschaltete – etwa bei Kälte. Apple konterte mit einem Batteriemanagement, dass die Geräte teils erheblich drosselte.

(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

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Apples iPhone-Akku-Affäre hat ein weiteres Nachspiel. Französische Wettbewerbshüter haben Apples im Jahr 2017 still eingeführte iPhone-Leistungsdrosselung nach einer Untersuchung nun als irreführende geschäftliche Handlung eingestuft und eine Strafe verhängt, weil der Hersteller die Einführung des Batteriemanagements per Software-Update nicht klar kommuniziert hat.

Die Untersuchung habe ergeben, dass iPhone-Besitzer vor der Installation von iOS 10.2.1 und 11.2 nicht darüber informiert worden sind, dass ihr Gerät durch das Update möglicherweise ausgebremst wird, wie die Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes (DGCCRF) – die für wettbewerbsrechtliche und Verbrauchschutzfragen zuständige Abteilung des französischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums – am Freitag in Paris mitteilte.

Das still eingeführte Leistungsmanagement, das ursprünglich iPhone 6, 6s, SE und 7 betraf, konnte dazu führen, dass iPhones unter bestimmten Bedingungen verlangsamt wurden. Da Nutzer keine Möglichkeit zu einem Downgrade des Betriebssystems haben, seien viele zu einem Akkuwechsel oder gar einem iPhone-Neukauf getrieben worden.

In Übereinstimmung mit der Pariser Staatsanwaltschaft sei deshalb eine Strafzahlung in Höhe von 25 Millionen Euro gegen Apple verhängt worden – die der Hersteller bereits akzeptiert hat, wie die Behörde erklärt. Apple muss zudem auf seiner Webseite einen Monat lang einen Hinweis auf das Ergebnis der Untersuchung und die Strafzahlung anzeigen, das ist auf der französischen iPhone-Seite derzeit bereits vermerkt.

Zu einem ähnliche Schluss war zuvor auch die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM gelangt, dort musste Apple ebenfalls einen entsprechenden Hinweis einblenden. Gegenüber der britischen Wettbewerbsbehörde verpflichtete sich der iPhone-Konzern zudem formell, Änderungen beim Leistungs-Management und Batteriezustand des iPhones in Zukunft "klarer und ehrlicher" zu kommunizieren.

Um eine unerwartete Notabschaltung des iPhones bei schlechtem Akku zu verhindern, hat Apple mit iOS 10.2.1 still eine Leistungsdrosselung eingeführt. Erst nachdem verärgerte Nutzer der anfangs teils erheblichen Ausbremsung ihrer iPhones durch Tests und Benchmarks auf die Schliche kamen, entschuldigte sich Apple und tauschte das Jahr 2018 über den iPhone-Akku zum Pauschalpreis von 30 Euro aus.

Das Batteriemanagement wurde schrittweise mit iOS-Updates auch auf neueren iPhones eingeführt. Das iPhone 11 kommt ab Werk mit einem Batteriemanagement, das "fortgeschrittener als bisher" sei, so Apple im vergangenen Herbst. Es ermögliche "die Reduzierung von Leistungsauswirkungen durch alternde Batterien". Im Alltag scheint das Batteriemanagement der iPhones kein merkliches Problem mehr dazustellen. Eine Drosselung wird in den Batterieinstellungen (unter "Batteriezustand") aufgeführt und lässt sich dort auch wieder deaktivieren – bis sie erneut greift.

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(lbe)