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Herzinfarkt: Smartwatch rettet Kanadier Leben

Seiner Smartwatch verdankt ein Kanadier sein Leben. Die Anzeige eines enorm hohen Pulswerts veranlasste ihn zu einem Notruf. Der Mann hatte einen Herzinfarkt und wurde gerettet.

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Pulslinie
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"Wie eine Million Dollar" fühlt sich der Kanadier Dennis Anselmo. Das verdanke er seiner Smartwatch, erzählte er am Donnerstag dem öffentlichen kanadischen Rundfunk CBC. Eines Tages im Sommer 2015 habe er sich plötzlich unwohl gefühlt und sich gesetzt, um sich einige Minuten auszuruhen. Dabei habe er den von seiner Smartwatch gemessenen Pulswert überprüft – und sofort den Notruf gewählt. "Ich war schockiert, dass sie 210 Herzschläge pro Minute zeigte", sagte Anselmo.

Was die alles kann...

(Bild: dpa, Kay Nietfeld)

"Mein normaler Puls ist 49 bis 55 Schläge pro Minute", berichtete der in Alberta lebende Mann, "Also das ist ein ordentlicher Sprung." Im Krankenwagen wurde die extrem hohe Herzfrequenz bestätigt. Die medizinischen Geräte bestimmten den Puls mit 207. Im Krankenhaus wartete schon ein Herzspezialist, der einen Herzinfarkt diagnostizierte.

Dem Arzt zu Folge wäre wahrscheinlich wenige Stunden später ein zweiter, tödlicher Herzinfarkt gefolgt. Die Herzarterie war bereits zu 70 Prozent blockiert. Umgehend wurde ein Stent eingesetzt und Anselmo überlebte.

Zwar besitz der Kanadier eine stattliche Uhrensammlung, doch er trägt jetzt noch seine Smartwatch. Dabei war seine Gattin eigentlich gegen deren Anschaffung gewesen. Der Mann hatte schon ein erkleckliches Vermögen in seine 35 tragbaren Zeitmesser gesteckt und kaufte dann noch ein teures Modell: Es musste eine Apple Watch um 1.500 kanadische Dollar (aktuell etwas mehr als 1.000 Euro) sein.

"Seit dem Tag [des Herzinfarkts] habe ich die Apple Watch nicht mehr abgenommen. Es ist die einzige Uhr, die ich trage", sagte Anselmo. Die restliche Kollektion liege in einem Safe. "Meine Frau sagt: 'Wenn man in der Nacht hinhört, kann man sie schreien hören, weil sie raus wollen'", scherzte der Herzpatient. Die Gattin habe inzwischen eingestanden, dass sich dieser eine Uhrenkauf bezahlt gemacht habe.

Das noch nicht erhältliche Kardia Band soll medizinischen Ansprüchen genügen.

(Bild: AliveCore)

Beim Hersteller aber fiel die werbeträchtige Geschichte zunächst auf taube Ohren. Eine Rezension auf Apples Website fand keinen Widerhall. Erst nachdem er die Geschichte bei einem Armbandwechsel in einem Apple Store erzählt habe, sei die Sache ins Rollen gekommen. Anselmo hat bereits britischen und chinesischen Medien Interviews gegeben. Der Kanadier verbreitet die gute Mär gerne, denn vielleicht kaufe sich dann jemand anderer eine Smartwatch mit Pulsmesser und werde dadurch gerettet.

Allerdings sind Smartwatches keine medizinischen Geräte. Je nach Modell und Träger können die Messwerte stark streuen. AliveCore hat nun mit dem Kardia Band ein Armband für die Apple Watch vorgestellt, das ein professionelles Elektrokardiogramm (EKG) erstellen soll. Für dieses Armband bemüht sich der Hersteller in den USA um eine Zulassung für medizinische Anwendungen.

[Update] Fehlplatzierte Erwähnung von Ultraschall entfernt [/Update] (ds)