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"Hey Siri" und Live-Fotos: Apple kontert Datenschutzbedenken

Das iPhone 6s kann durchgehend lauschen. Die "Hey Siri"-Funktion werde lokal ausgeführt, betont Apple. Sprachdaten sollen das Gerät erst verlassen, wenn der Nutzer einen Befehl erteilt. Vorab-Aufnahmen für die Live-Fotos würden verworfen.

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(Bild: dpa, Franziska Gabbert)

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Apple hat sich zu den Datenschutzvorkehrungen bei "Hey Siri" geäußert. Die Funktion ermöglicht, das Sprachassistenzsystem jederzeit auf Zuruf zu aktivieren. iPhone 6s und iPhone 6s Plus können als erste Modelle durchgehend auf den Befehl "Hey Siri" horchen. Die vom Mikrofon erfassten Audiosignale werden dafür mit der Aufzeichnung verglichen, die der Nutzer beim Einrichten der Funktion eingesprochen hat.

Dieser Vorgang erfolge ausschließlich lokal auf den Geräten, erklärte Apple gegenüber Techcrunch. Die Lauschaufnahme werde "kontinuierlich überschrieben”, betont der Konzern, "in keinem Fall" nehme das Gerät Gespräche auf und sende diese an Apple, bevor Siri in Aktion getreten ist.

Siri müsse sowohl die zwei Begriffe "Hey" und "Siri" allgemein erkennen als auch die spezifische Art, wie der Nutzer diese ausspricht, erst dann werde die Funktion aktiv. Alle Befehle, die der Nutzer anschließend an Siri erteilt, überträgt iOS an Apples Server. Dabei werden auch zusätzliche Informationen wie Namen, Spitznamen und Beziehungen an den iPhone-Hersteller übertragen – ebenso wie der grobe Standort.

Die Sprachdaten hebt Apple bekanntlich für bis zu zwei Jahre auf. Die ersten sechs Monate lang sind sie nach Angabe des Konzerns an einen zufälligen Identifikator gebunden. Die Verknüpfung lässt sich durch das Deaktivieren von Siri lösen, dabei werden auch alle verbundenen Nutzerdaten gelöscht, erklärt Apple. Bei späterer Neuaktivierung erstellt das System einen frischen Identifikator. In Apples Datenschutzrichtlinie taucht Siri nicht auf.

Auf älteren Modellen als iPhone 6s und iPhone 6s Plus läuft "Hey Siri" nur, wenn das Gerät mit dem Strom verbunden ist. Ob er "Siri" und "Hey Siri" überhaupt in Betrieb nehmen will, kann der Nutzer bei der Ersteinrichtung von iOS 9 auf einem neuen Gerät entscheiden. Beides lässt sich anschließend über die iOS-Einstellungen unter Allgemein, Siri festlegen.

Mit iPhone 6s und iPhone 6s Plus hat Apple außerdem sogenannte Live-Fotos eingeführt, sie kombinieren mehrere Aufnahmen zu bewegten Bildern, Ton ist ebenfalls Bestandteil. Dafür zeichnet die Kamera-App durchgehend auf, um 1,5 Sekunden vor dem Drücken des Auslösers sowie weitere 1,5 Sekunden im Anschluss für die Live-Fotos zu berücksichtigen. Diese Aufzeichnung wird allerdings erst in dem Moment gespeichert, in dem der Nutzer auf den Auslöser drückt, merkt Apple an. "Die zuvor gemachten Aufnahmen werden weder lokal gesichert noch verlassen sie das Gerät."

Davon abgesehen würden Live-Fotos wie alle anderen Fotos und Videos gehandhabt, erläutert der iPhone-Hersteller. Sie verlassen das Gerät also erst, wenn der Nutzer diese eigenhändig teilt oder iCloud nutzt. Die Live-Foto-Funktion ist standardmäßig aktiviert, sie lässt sich über einen Knopf in der Kamera-App abschalten. (lbe)