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Home-Taste am iPhone 7: Reparatur durch Dritte legt Funktion lahm

Wird der Home-Button des iPhone 7 nicht von Apple getauscht, verliert die Taste ihre Funktion, wie ein Reparaturdienstleister demonstriert. Eine Instandsetzung durch Dritte sei dadurch unmöglich.

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Die Reparatur einer defekten Home-Taste bei iPhone 7 und iPhone 7 Plus führt automatisch zum Verlust ihrer Funktionalität, wenn der Austausch nicht durch Apple oder einen autorisierten Händler vorgenommen wird. Erfolgt der Wechsel des Home-Buttons durch Dritte, weist iOS 10 bei der aktuellen iPhone-Generation darauf hin, dass der Fingerabdruckscanner Touch ID deaktiviert ist – und dass die Home-Taste defekt ist, wie ein Reparaturdienstleister in einem Video demonstriert.

Das iPhone 7 aktiviert in diesem Fall automatisch die Bedienungshilfe “AssistiveTouch”, die einen Software-Home-Button bereitstellt, der sich auf dem Display frei positionieren lässt. Die ausgewechselte Taste selbst reagiert allerdings nicht mehr auf den Fingerdruck, es lässt sich auf diese Weise also weder auf den Homescreen zurückkehren noch beispielsweise der App-Switcher öffnen oder das Sprachassistenzsystem Siri aufrufen.

Bei älteren iPhones bis hin zum iPhone 6s legte der Austausch des Home-Buttons zwar den den integrierten Fingerabdruckscanner Touch ID lahm, die Funktionalität der Taste selbst blieb aber bestehen. Das iPhone 7 setzt erstmals eine Home-Taste ein, die sich nicht mehr mechanisch bewegen lässt. Stattdessen erfassen nun Sensoren den Druck und simulieren einen Klick mit dem überarbeiteten Vibrationsmotor (Taptic Engine).

Während der alte Home-Button eines der anfälligsten Teile des iPhones war, dürfte die Neuauflage deutlich seltener kaputtgehen. Allerdings könne auch beim Display-Tausch schnell die Home-Taste Schaden nehmen, erklärte der Reparaturanbieter gegenüber dem Magazin Motherboard. Apple hat jüngst die eigenen Preise für Reparaturen außerhalb der Garantiezeit angehoben.

Apple koppelt den im Home-Button verbauten Touch-ID-Sensor mit der sogenannten "Secure Enclave", einem Koprozessor im A-Chip von iPhone und iPad. Die Secure Enclave verwaltet unter anderem die Fingerabdruckdaten des Nutzers. Nach der Reparatur einer Komponente, die den Fingerabdruckscanner betrifft, muss aus Sicherheitsgründen eine erneute Validierung dieser Koppelung erfolgen, wie Apple im vergangenen Jahr erklärte. Über die dafür erforderliche Maschine verfügt nur das Unternehmen selbst sowie autorisierte Händler.

Ohne diese Kopplung wäre es einem manipulierten Touch-ID-Sensor nämlich möglich, auf die Daten in der Secure Enclave zuzugreifen. Falls die Koppelung fehlschlägt, deaktiviert iOS sicherheitshalber den Touch-ID-Sensor sowie den Bezahldienst Apple Pay. Bis hin zu iOS 9.2 legte das Betriebssystem ein repariertes iPhone jedoch unter Umständen komplett lahm. Apple beseitigte diesen “Fehler 53” schließlich mit iOS 9.2.1 und entschuldigte sich für das Problem. Auch wenn eine diesbezügliche US-Sammelklage abgewiesen wurde, hat der Fehler ein juristisches Nachspiel für Apple: Australische Verbraucherschützer haben den Konzern deswegen nun verklagt.

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(lbe)