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HomePod-Fleckenproblem: Industriedesigner kritisieren Apple

Die weißen Ringe, die Apples Siri-Lautsprecher auf Holzmöbeln hinterlassen kann, können behoben werden – wenn der Hersteller eine Produktionsumstellung vornimmt, sagen Industriedesigner. Sie kritisierten, dass das Problem nicht vorab entdeckt wurde.

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HomePod-Fleckenproblem: Industriedesigner kritisieren Apple

Da stand kurz ein HomePod.

(Bild: Twitter / Guy San Francisco)

Apples Probleme mit Möbelbeschädigungen durch den Siri-Lautsprecher HomePod hätten nicht sein müssen. Das haben Industriedesigner gegenüber US-Medien betont. In der vergangenen Woche hatten Besitzer des kürzlich in den USA, in Großbritannien und Australien auf den Markt gekommenen Smart Speakers festgestellt, dass der Silikonring auf der Unterseite der Geräte weiße Ringe auf bestimmten Holzoberflächen hinterlassen kann. Das vibrationsdämpfende Material "interagiert" offenbar mit geöltem oder mit Wachs behandeltem Holz. Apple bestätigte die Flecken und gab an, diese könnten nach einiger Zeit wieder verschwinden. Alternativ müssen beschädigte Möbel nachgeölt oder mit vom Hersteller empfohlenen Reinigungsmitteln behandelt werden.

HomePod "nicht genug" getestet

Cesar Viramontes, ein Industriedesigner bei der Firma Y Studios in San Franciso, die unter anderem Unterhaltungselektronik entwickelt, sagte gegenüber BusinessInsider, ihn habe das Problem "sehr überrascht". Er habe solche Fehler bei verschiedenen anderen Lautsprechern noch nicht gesehen. Iganazio Moresco, ein Produktdesigner, der unter anderem für Frog Design und Microsoft gearbeitet hat, meinte, Apple habe den HomePod "nicht genug" getestet und auch nicht alle Umstände, in denen das Gerät zum Einsatz kommen kann, überprüft. "Holzoberflächen sind ein sehr wahrscheinlicher Untersatz für das Produkt."

Stellt Apple Produktionsprozess um?

Immerhin scheint sich das Problem recht einfach lösen zu lassen. Gregor Berkowitz, der verschiedene Unterhaltungselektronikhersteller berät, meinte gegenüber BusinessInsider, Apple könne seinen Produktionsprozess so umstellen, dass statt Silikon ein anderes Elastomer verwendet wird, das Holzoberflächen nicht angreift. Dieser Prozess könne zwei bis sechs Wochen dauern. "Ich bin mir sicher, da gibt es jetzt ein paar unbehandelte geölte Holzoberflächen in einem Testlabor."

Konzern sieht kein echtes Problem

Ob Apple wirklich von Silikon auf ein anderes Material wechselt, ist allerdings unklar. Der Konzern hatte das Problem in einem Supportdokument zunächst als unproblematisch geschildert. Es sei "nicht ungewöhnlich", dass ein Lautsprecher mit diesem Material "milde Spuren" auf "einigen Holzflächen" hinterlasse. Eine echte Problemlösung bot der Konzern nicht an. Grund sei Öl, das zwischen der Silikonbasis des Lautsprechers und der Oberfläche "ausdiffundiere". Es verschwinde "oft" nach wenigen Tagen von selbst. "Falls nicht, sollten sie die Oberfläche mit einem weichen, feuchten oder trockenen Tuch abwischen."

Ganz allein ist Apple mit dem Fehler übrigens nicht. Auch das HomePod-Konkurrenzgerät Sonos One soll Spuren hinterlassen können, wenn auch mildere, weil die Standfläche geringer ist.

HomePod (10 Bilder)

HomePod ist Apples Antwort auf Alexa. Allerdings kann man damit keine Bestellungen aufgeben.

(bsc)