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Hongkong: Apples AirDrop zur Zensurumgehung

Mit dem P2P-Datenaustauschdienst verteilen die Freiheitsdemonstranten digitale Plakate an Menschen vom chinesischen Festland.

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Beispiele für die digitalen Plakate.

(Bild: Twitter / Aria Hangyu Chen)

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Auf Demos ist bislang alles noch reichlich analog: Die auflaufenden Menschenmengen ebenso wie die von ihnen mitgeführten Plakate. Bei den aktuell in Hongkong stattfindenden massiven Protesten gegen ein neues Auslieferungsgesetz, mit dem Menschen aus der Sonderverwaltungszone an die Behörden Festlandchinas übergeben werden könnten, hat die Digitalisierung aber längst Einzug gehalten. So organisieren sich die Massen nicht nur per Smartphone – sie nutzen es auch für Werbung in eigener Sache.

So wird der auf allen iPhones standardmäßig aktivierte P2P-Dateitauschdienst AirDrop massenhaft genutzt, um digitale Plakate zu verteilen. Das berichtet das US-Wirtschaftsmagazin Quartz. Ist AirDrop mit Annahme für alle Inhalte freigeschaltet, was erstaunlich viele User tun, tauchen von anderen iPhones geschickte Bilder sofort in einer Vorschau auf.

Die Demonstranten wenden sich mit der Aktion speziell an Besucher vom Festland Chinas, die in ihrem normalen Leben unter der Zensur durch die "große Firewall" leiden. Die digitalen Plakate sind dementsprechend nicht in Form chinesischer Langzeichen verfasst, wie sie in Hongkong normalerweise verwendet werden, sondern in Kurzzeichen, wie sie auf dem Festland gebräuchlich sind. Auf Twitter sind Beispiele für die Plakate zu lesen. So heißt es in einem: "Wir hoffen, Du hast eine angenehme Reise und fühlst gerade, wie sich Versammlungsfreiheit anfühlt. Dieser kleine Platz der Freiheit ist es, worum wir kämpfen."

In einer anderen Grafik sind Kinder vom chinesischen Festland zu sehen, die unter vergiftetem Milchpulver litten. Besucher würden mit diesen "bombardiert", hieß es. "Wussten Sie schon? Im vergangenen Monat hat Hongkong drei riesige Demos gesehen, bei denen zwei Millionen Menschen auf die Straße gingen", steht in einem anderen Plakat. "Warten Sie nicht, bis die Freiheit verschwunden ist, ihren Verlust zu bereuen." Die Freiheit sei nicht gottgegeben.

Die Aktion ist auch deshalb interessant, weil sie dafür sorgt, Menschen vom chinesischen Festland über die Proteste zu informieren. In chinesischen Medien werden diese aktuell nicht oder nur stark eingeschränkt erwähnt. Entsprechend sind Touristen vom Festland, von denen es sehr viele gibt, anfangs schlicht verwirrt, was gerade in Hongkong passiert.

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(bsc)