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Indie-Label kritisiert iTunes Match

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Apples im Herbst startendes iCloud-Angebot beinhaltet mit "iTunes Match" einen durchaus erstaunlichen Dienst: Für 25 Dollar im Jahr darf man – zunächst nur in den USA – seine komplette Musiksammlung über das Internet abrufen – und zwar auch solche Titel, die man nicht bei iTunes erworben hat. Dabei scannt ein Apple-Algorithmus zunächst den vorhandenen Bestand an Songs, die etwa durch CD-Ripping auf die Platte gelangten. Anschließend erhält man die Tracks dann in hoher Qualität (256 Kilobit AAC) direkt von Apple, ohne dass man ein einziges Kilobyte hochladen müsste.

Dabei wird offenbar keine Unterscheidung über die Herkunft der Titel getroffen, die ja auch aus Pirateriequellen stammen könnten. Medienberichten zufolge sind trotzdem diverse große Labels sowie Musikverleger gleich zu Anfang mit dabei – auch aus dem Grund, dass sich durch die Jahresgebühr auch von Liebhabern geklauter Werke noch etwas Geld eintreiben lässt, was zudem dann mit Regelmäßigkeit geschehen würde.

Allerdings sind nicht alle Plattenfirmen von der Idee begeistert. Ken Shipley vom Indie-Label Numero aus Chicago hat sich dafür entschieden, an iTunes Match nicht teilzunehmen. Sein Partner Rob Sevier gab nun gegenüber Ars Technica eine weitergehende Begründung. Demnach fürchtet die Firma, dass der Dienst Piraterie "legitimiere".

So verkaufe Numero pro Release rund 10.000 Kopien. Doch die im Internet verbreiteten illegalen Kopien würden deutlich häufiger abgerufen. Mit iTunes Match könnten "Piraten" nun für 25 Dollar im Jahr die geklauten Werke durch qualitativ hochwertige Apple-Dateien ersetzen. Doch der Anteil, den sich Numero am iTunes-Match-Service erhofft, gleicht das wohl nicht aus.

Doch nicht jeder Angehörige der Independent-Szene sieht das so wie Numero. Für den unabhängigen Musikvertreiber Tunecore ist iTunes Match ein "Game Changer", weil Musikfirmen künftig auch für Songs bezahlt würden, die Nutzer bislang nur illegal vorhielten. (bsc)