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Intel bereitet sich angeblich auf Abschied vom Mac vor

Apple soll ab 2020 planen, bei seinen Rechnern auf ARM-Prozessoren umzusteigen. "Marzipan"-Universal-Apps sind erst der Anfang.

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Macbook Bunt

MacBook: Bislang und seit Jahren mit Intel-Technik.

(Bild: Apple)

Der Wechsel von Intel-Prozessoren im Mac hin zu einer Apple-eigenen ARM-Architektur könnte früher kommen als von vielen Beobachtern erwartet: Angeblich bereitet sich die Zulieferbranche aktuell auf den nächsten "Switch" des Computerherstellers vor. Laut einem Bericht des Wirtschaftsdienstes Axios glauben sowohl Intel selbst als auch erste Entwickler an den Beginn des Umstiegs bereits im kommenden Jahr.

Dass Apple auch beim Mac auf selbstentwickelte Chips der A-Baureihe setzen will, wurde in den vergangenen Jahren regelmäßig kolportiert. Zuletzt hieß es, dass bis 2021 macOS- und iOS-Apps zusammenwachsen sollen, Developer also ein Binary sowohl für iPhone, iPad als auch Mac ausliefern könnten. Erste Schritte in diese Richtung hat Apple mit seinem "Project Marzipan" bereits getan – in macOS 10.14 alias Mojave stecken erste Programme, die von iOS auf den Mac portiert wurden.

Manager von Intel sollen gegenüber Axios Apples Zeitpläne bestätigt haben. Für den Chipriesen würde der Wechsel den Verlust eines wichtigen Kunden bedeuten – mit unklaren Auswirkungen auf dessen Umsatz- und Gewinn-Ergebnis. Apple ärgert sich schon länger darüber, von Intels Prozessor-Timeline abhängig zu sein – der Mac-Hersteller ist stets bedacht, möglichst aktuelle Chips zu verbauen und muss sich daher jeweils gedulden, bis Intel liefert.

A-Chips im Mac würden Apple deutlich mehr Kontrolle geben – sowohl über die Leistung der Prozessoren als auch die verbaute Grafikhardware, die im gleichen SoC steckt. Beobachter glauben, macOS laufe längst Apple-intern auf ARM – das lässt sich auch daraus schließen, dass das ARM-basierte iOS einst aus macOS entstanden ist. Für Entwickler würde der Umstieg auf die ARM-Plattform signifikante Veränderungen bringen. Sollte Apple keine Kompatibilitätsschicht anbieten, müssten alle Apps spezifisch angepasst werden.

Der Mac-Hersteller hat in Sachen Architekturwechsel allerdings schon viel Erfahrung: 2005 begann der Umstieg von der PowerPC-Basis beim Mac auf Intel-Prozessoren. Um dies zu erleichtern, wurde mit Rosetta ein Werkzeug in macOS mitgeliefert, mit dem sich auf Intel-Macs PowerPC-Apps ausführen ließen. Bereits Ende 2006 war der Umstiegsprozess Hardware-seitig abgeschlossen. (bsc)