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Kampf gegen Fake News: Apple setzt auf menschliche Kuratoren

Während Facebook Algorithmen verwendet, um Falschnachrichten bei den anstehenden US-Kongresswahlen auszusieben, beschäftigt Apple Redakteure.

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Apple News

Apples News-App gibt's bislang nur in bestimmten Märkten.

(Bild: Apples)

Die Nachrichtenplattform des iPhone-Herstellers, Apple News, soll bei den aktuell anstehenden Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten zu einer Art Leuchtturm gegen Fake News werden. Der iPhone-Konzern setzt dazu im Gegensatz zu Konkurrenten wie Facebook weniger auf algorithmisches Aussieben von Falschnachrichten, sondern auf eine eigene Redaktion.

Das hatte Konzernchef Tim Cook Ende Juni in einem Interview angekündigt. "Der Nachrichtenbereich ist ganz schön verrückt geworden", so Cook mit Blick auf den Einfluss, den etwa Trollfabriken auf Facebook haben sollen. "Wir dachten uns, es sei sinnvoller, wenn unsere Topgeschichten von Menschen ausgewählt werden."

Apple News ist für iPhone und iPad bislang nur in englischer Sprache erhältlich und mit macOS 10.14 alias Mojave ab Herbst auch auf dem Mac zu finden. In iOS 12 ist die App zudem prominenter auf dem Homescreen vertreten als bisher. Zur US-Kongresswahl will man nun "faktenbasierte Nachrichten" liefern, die "aus guten Quellen" stammen. Eigene Inhalte sind dies nicht, stattdessen kuratiert Apple diese, beschäftigt dafür aber professionelle Journalisten.

Nachrichtenlieferanten des Konzerns sind Medien wie "Washington Post", "Politico" und "Axios", die allesamt eher als Trump-kritisch gelten – der Sender "Fox News", allgemein als pro-republikanisch bekannt, ist aber ebenfalls Content-Zulieferer.

Apple News existiert bereits seit 2015 und wird als Nachrichtenplattform in den USA mittleweile durchaus ernstgenommen – auch weil der Dienst dank der Tatsache, dass er auf allen iPhones und iPads vertreten ist, Medien zahlreiche Nutzer schickt. Facebook hatte über mehrere Jahre ebenfalls ein eigenes Redaktionsteam, das zumindest die "Trending"-Themen für den US-Markt auswählen sollte. Nach Kritik, diese habe konservative Quellen unterdrückt, verabschiedete sich das Social Network mittlerweile wieder von diesem Ansatz. (bsc)