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Kaputtes iPhone in Zahlung gegeben – Daten können in fremden Händen landen

Eine 15-jährige Kanadierin wurde nach dem Eintausch ihres defekten iPhones von einem Mann belästigt, der Zugriff auf ihre Fotos und Zugangsdaten hatte.

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iPhone 6S

(Bild: dpa, David Moir/Archiv)

Alte iPhones, die in Zahlung gegeben werden, landen meist in wiederaufbereiteter Form auf dem Markt für Second-Hand-Geräte. Sind die eigenen Daten nicht richtig geschützt, können sie auf diesem Weg in fremde Hände gelangen, wie nun eine 15-jährige Kanadierin erfahren musste: Sie wurde mehrere Monate nach dem Eintauschen ihres defekten iPhones plötzlich von einem Mann per Facebook Messenger kontaktiert, der offensichtlich Zugriff auf ihre Fotos und Zugangsdaten hatte.

Ihre Bilder seien "zu süß" schrieb der Mann, wie der kanadische Sender CBC berichtet. Weil der Teenager die Freundesanfragen ablehnte, habe die Person sich mit dem alten iPhone und ihrem Account bei Facebook eingeloggt und diese kurzerhand selbst bestätigt. Das gleiche sei beim Foto-Dienst Instagram passiert.

Die Kanadierin hatte ihr beschädigtes iPhone 5s im vergangenen Herbst bei der lokalen Mobilfunkkette Tbooth eingetauscht und dafür eine Gutschrift von umgerechnet gut 7 Euro erhalten. Das Gerät sei derart beschädigt gewesen, dass es sich nicht mehr bedienen ließ, sie hätte es deshalb auch nicht löschen können -- und sei davon ausgegangen, dass es im Recycling landet.

Tbooths Bedingungen zufolge ist der Kunde selbst für das Löschen der Daten verantwortlich, man könne nicht garantieren, dass die Daten auf dem Gerät "gelöscht oder nicht gelöscht" werden, zitiert der Sender aus den Bedingungen des Händlers.

Der Hersteller Apple betont für das hauseigene Trade-In-Programm, man zeige allen Kunden, wie sie ihre Daten vor der Weggabe sichern und dann löschen können. Im Kleingedruckten merkt der Konzern aber an, dass der Nutzer "allein dafür verantwortlich" ist, alle Daten zu entfernen.

Statt im Recycling zu landen wurde das aufbereitete iPhone aber in Dubai zum Kauf angeboten, dort gelangte es offenbar in die Hände des Mannes, der schließlich Kontakt aufnahm.

Er habe die Daten des Teenagers inzwischen gelöscht und das iPhone weiterverkauft, erklärte dieser gegenüber CBC -- es tue ihm leid, dass er das Mädchen "gestört" habe.

Wer ein altes iPhone oder anderes Smartphone in Zahlung oder zum Recycling gibt, sollte sicherstellen, dass sämtliche Daten richtig gelöscht sind -- auch wenn das Gerät sich wegen eines Defektes nicht mehr richtig nutzen lässt, dann hilft beispielsweise ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen über iTunes. Zudem scheinen die Daten im geschilderten Fall nicht per Code-Sperre geschützt gewesen zu sein, so dass sich direkt auf diese zugreifen ließ. Seit iOS 8 werden alle Daten mit dem Geräte-Code des Nutzers automatisch verschlüsselt. (lbe)