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Kartelluntersuchung: Apple verteidigt Browser-Zwang auf iPhone und iPad

In iOS ist Safari stets Standard-Browser, Dritt-Browser müssen die WebKit-Engine verwenden. Apple verweist auf Sicherheit und Datenschutz.

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(Bild: THINK A/Shutterstock.com)

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Apple hat öffentlich zu den erheblichen Browser-Einschränkungen des Betriebssystems iOS Stellung genommen. Der hauseigene Browser Safari steuere einen "essentiellen Teil der iPhone-Funktionalität" bei, sei "in den Betriebssystemkern integriert" und biete "branchenführende Sicherheits- und Datenschutzfunktionen", teilte Apple mit. Dies seien die Gründe dafür, dass der Browser fest als Standard-Browser auf iPhone und iPad gesetzt ist und sich auch nicht löschen lässt.

Browser von Drittanbietern dürfen zwar über den App Store vertrieben werden, lassen sich aber nicht als Standard-Browser nutzen und müssen zudem Apples Browser-Engine WebKit (sowie WebKit JavaScript) einsetzen. Dies diene dem Schutz der Privatsphäre und zur Sicherheit, schreibt Apple in dem inzwischen veröffentlichten Brief an die Abgeordneten. Bösartige Webseiten hätten Schwachstellen in anderen Browser-Engines gefunden und würden diese für Angriffe ausnutzen.

Durch den WebKit-Zwang könne Apple Schwachstellen schnell durch Sicherheits-Updates ausräumen – ganz unabhängig davon, welchen Browser Nutzer einsetzen. Da WebKit quelloffen ist, könnten Dritte zudem Verbesserungen bei der Engine beitragen, so Apple weiter.

Auf die Frage der Abgeordneten, ob Apples Einschränkungen auch dann noch gelten, wenn ein anderer Browser bessere Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen bietet, antwortete Apple lediglich, es sei "typischerweise" nicht der Fall, dass konkurrierende Browser Nutzer "genauso adäquat schützen wie WebKit". Zugleich musste der iPhone-Konzern einräumen, dass bestimmte WebKit-Funktionen Safari vorbehalten bleiben und von Dritt-Browsern derzeit nicht genutzt werden können, darunter Support für den Standard WebRTC (Echtzeitkommunikation/Videokonferenzen) und die Technik Service Workers, die leistungsfähigere Web-Apps ermöglicht.

Der Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses hat im Sommer eine kartellrechtliche Untersuchung gegen heimische IT-Konzerne eingeleitet, darunter neben Apple etwa auch Google, Facebook und Amazon. Man wolle "eine umfassende Untersuchung dieser Plattformen durchführen", so David Cicilline, der Vorsitzende des Unterausschusses für Wettbewerb. Ziel sei es, "ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie der Markt versagt". Die Konzerne haben offenbar umfangreiche Fragenkataloge erhalten.

Der Ausschuss zeigte sich in dem Schreiben an Apple auch interessiert an Apples Umsatzbeteiligung beim Vertrieb digitaler Inhalte in Apps, der Konkurrenzsituation zwischen vorinstallierten Apple-Apps und Dritt-Apps sowie Apples Kontrolle über Ersatzteile und Reparaturen. Man habe in den letzten zehn Jahren an Reparaturen nichts verdient, betonte Apple in dem Antwortschreiben – die Kosten für das Anbieten der Reparaturdienstleistungen übersteige den damit generierten Umsatz. Details wurden nicht genannt.

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(lbe)