Kein In-App-Abo mehr: YouTube TV will sich offenbar Apple-Provision sparen

iPhone- und iPad-Nutzer können Googles TV-Dienst künftig nicht mehr über Apples Bezahlschnittstelle abonnieren.

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YouTube TV – US-Kabelfernsehen als Streaming-App.

(Bild: Google)

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YouTube TV trennt sich von Apples In-App-Abos: Ab Mitte März wird der TV-Dienst keine Bezahlung mehr über Apples In-App-Kaufschnittstelle akzeptieren, heißt es in einem Schreiben an Kunden. Der Dienst bleibe aber auf Apple-Geräten verfügbar, wie Google darin weiter betonte.

Die Änderung gilt nicht nur für Neukunden, auch bestehende, über Apple abgeschlossene Abonnements werden nach dem 13. März mit Ablauf des jeweiligen Buchungszeitraums "automatisch gekündigt", wie es in der von Macrumors veröffentlichten Mitteilung an Abonnenten heißt. Die Änderung betrifft YouTube TV auf iPhone, iPad und Apple TV. Ein Grund für den Schritt wurde nicht aufgeführt.

YouTube TV ist Googles Live-TV-Dienst, der bislang nur in den USA verfügbar ist. Er gibt Streaming-Zugriff auf rund 70 Fernsehkanäle zum Preis von monatlich 50 US-Dollar. Auf Apple-Geräten hatte Google den Preis mit rund 55 Dollar bereits etwas höher angesetzt, allerdings deckt dies nicht Apples Umsatzbeteiligung ab: Bei Verwendung von Apples Bezahlschnittstelle müssen Apps 30 Prozent des Umsatzes an Apple abtreten. Bei Abo-Angeboten senkt Apple die Provision auf 15 Prozent, allerdings erst ab dem zweiten Abojahr.

Für YouTube Premium schlägt Google beim Abonnieren auf iOS-Geräten deshalb 4 Euro pro Monat auf den Abopreis von sonst 12 Euro auf. Ein Verzicht auf Apples In-App-Bezahlschnittstelle scheint hier nicht geplant.

Apple schreibt vor, dass der Verkauf digitaler Dienstleistungen in Apps ausschließlich über die hauseigene Bezahlschnittstelle erfolgen darf, andere Zahlungsdienste sind nicht erlaubt. Anbietern ist auch untersagt, in der App per Link auf externe Aboangebote zu verweisen – etwa auf die zugehörige Webseite.

Streaming-Größen wie Spotify und Netflix haben sich bereits von Apples In-App-Bezahlschnittstelle getrennt. Spotify sieht die Provision des iPhone-Konzerns zudem als Benachteiligung, da Apple in direkter Konkurrenz einen eigenen Musik-Streaming-Dienst anbietet. (lbe)