Kein Kaufinteresse bei Apple, Google oder Disney: Twitter-Aktie stürzt ein

Um satte 20 Prozent ging es mit den Anteilsscheinen des Kurznachrichtendienstes am Donnerstag herunter, nachdem mehrere potenzielle Erwerber ihr Desinteresse bekundet hatten.

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Twitter

Twitter- und Aktien-App auf einem iPhone: Die Kurve zeigte am Donnerstag stark nach unten.

(Bild: dpa, Jörg Carstensen/Archiv)

Von
  • Ben Schwan

Besitzer von Twitter-Aktien erleben derzeit ein Wechselbad der Gefühle. In den vergangenen Tagen waren die Anteilsscheine des Kurznachrichtendienstes aufgrund von Übernahme-Spekulationen um rund ein Drittel gestiegen – doch am Donnerstag war plötzlich die Luft raus. Das Papier fiel fast instantan zum Börsenstart um 19 Prozent und ging dann bei einem satten Minus von 20,10 Prozent bei 19,87 US-Dollar aus dem Handel.

Grund für den Aktieneinsturz waren Medienberichte, wonach diverse potenzielle Käufer abgewunken haben sollen – darunter der iPhone-Produzent Apple, der Suchmaschinenkonzern Google und der Medienriese Disney. Informierte Kreise hatten dies dem Technikblog Recode gesteckt. Ob es überhaupt konkrete Verkaufsverhandlungen gab und wie weit diese gegebenenfalls fortgeschritten waren, blieb im Dunkeln.

Als ein möglicher Interessent gilt nun weiterhin der Enterprise-Software-Konzern Salesforce, der populäre Produkte für Marketing und Vertrieb entwickelt und zu den wichtigsten Konkurrenten von SAP zählt. Dort hatte man bereits Interesse an den großen Datenmengen angemeldet, die Twitter tagtäglich anhäuft – wie ein Kurznachrichtendienst zur einem Geschäftsprogrammentwickler passen soll, ist dennoch nicht wirklich klar. Einen Bieterwettstreit mehrerer großer Konzerne, wie von einigen Börsenbeobachtern herbeigesehnt, scheint es um Twitter wohl nicht zu geben.

Die Aktie hatte sich auch mit dem Hype der letzten Tage nicht vollständig vom Kurssturz der letzten Monate erholt. Seit Anfang 2015 ging die Hälfte des Börsenwertes flöten. Kritik gibt es vor allem an der Werbestrategie des Unternehmens, die nicht profitabel genug ist. Zudem haben sich die Wachstumshoffnungen im Vergleich zu Konkurrenten wie Facebook nicht erfüllt. Auch die Rückkehr des frühen Twitter-Chefs Jack Dorsey an die Firmenspitze, auf der viele Erwartungen ruhten, brachte bislang wenig. (bsc)