Menü
Mac & i

Kobalt aus dem Kongo: Apple stoppt Ankauf aus kleinen Minen

Der iPhone-Hersteller hatte schon angekündigt, kein Kobalt mehr aus Kinderarbeit erwerben zu wollen. Nun wird nicht mehr aus Minen gekauft, in denen es Handarbeit gibt.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 58 Beiträge
Kobalt aus Krisengebieten: Apple stoppt Ankauf aus dem Kongo

Eine Kobaltmine in der DR Kongo.

(Bild: Fairphone)

Apple versucht, die Arbeitsbedingungen beim Kobaltabbau im Kongo zu verbessern. Wie die Washington Post berichtet, hat der Konzern temporär den Ankauf des Übergangsmetalls, das unter anderem im iPhone-Akku verwendet wird, aus Minen gestoppt, in denen von Hand abgebaut wird. Probleme mit Kinderarbeit und grundsätzlich harschen Arbeitsverhältnissen bestünden aber weiter, so der Bericht.

Apple, HP, Huawei, Samsung SDI und Sony hatten sich im vergangenen Jahr der sogenannten Responsible Cobalt Initiative angeschlossen, die grundsätzlich bessere Arbeitsbedingungen in den Kobaltminen in Afrika erreichen will. Damals hieß es unter anderem, man wolle künftig keine Rohstoffe aus Kinderarbeit mehr ankaufen. Geschätzt wird, dass in der Demokratischen Republik Kongo rund 100.000 Arbeiter vom handwerklichen – also vor allem manuellen – Kobalt-Abbau leben. Rund 60 Prozent des weltweit abgebauten Kobalts stammt aus dem Land.

Viele der Kobalt-Bergarbeiter riskieren ihr Leben. Größter Ankäufer des von Hand abgebauten Übergangsmetalls soll laut Washington Post das chinesische Handelshaus Zhejiang Huayou Cobalt Company sein. Dessen Produkte werden offenbar auch in Apple-Geräten verwendet. Bei Apple hat man dem Bericht zufolge das Problem, dass man zwar seine Kobaltlieferkette aufräumen, gleichzeitig aber den Arbeitern im Kongo ihre Lebensgrundlage nicht nehmen will. Das Land ist eines der ärmsten der Welt.

In einem Statement sagte der Konzern, man arbeite mit Huayou an einem Programm, bei dem von Hand abgebaute Minen einzeln kontrolliert werden sollen. Sobald klar sei, dass die notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt sind, könnten sie dann wieder Teil der Lieferkette werden, so der Konzern. Wie lange die Kontrollen dauern werden, blieb zunächst unklar. (bsc)