Konfliktmineralien: Apple streicht mehr Zulieferer

Apple hat 18 Schmelzen und Raffinerien aus der Lieferkette geworfen, da die verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien nicht sichergestellt werden konnte.

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Kinderarbeit fürs Smartphone: Amnesty-Bericht zu Kobaltminen im Kongo

(Bild: Amnesty International)

Von
  • Leo Becker

Der Bezug konfliktfreier Rohstoffe für Produkte wie das iPhone bleibt schwierig: Allein im Kalenderjahr 2019 strich Apple 18 Schmelzen und Raffinerien aus der Lieferkette, weil diese entweder keine externe Prüfung in Hinblick auf den Bezug von Mineralien wie Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (den englischen Initialen für Tin, Tantalum, Tungsten und Gold folgend abgekürzt als "3TG") zulassen oder die Vorgaben für eine verantwortungsvolle Beschaffung der Mineralien nicht erfüllen konnten.

Insgesamt habe Apple in den vergangenen zehn Jahren die Zusammenarbeit mit insgesamt 123 Zulieferern aus diesen Gründen abgebrochen, darunter allein über 60 Goldraffinerien, wie das Unternehmen in dem alljährlichen Konfliktmineralienbericht an die US-Börsenaufsicht SEC aufführt.

Alle der zum Jahresende 2019 in Apples Lieferkette verbliebenen 267 Schmelzen und Raffinieren hätten sich dafür aber einer unabhängigen Prüfung zur Herkunft der Mineralien unterzogen, heißt es weiter. Es sei das fünfte Jahr in Folge, bei dem sämtliche Zulieferer durch Dritte geprüft worden sind, erläutert Apple. Es habe sich auch kein Hinweis darauf angefunden, dass die Zulieferer "direkt oder indirekt bewaffnete Gruppen aus dem Kongo oder angrenzenden Länder finanzieren".

Das "Tracking spezifischer Mengen von Mineralien" sei aber weiter eine Herausforderung, die die Rückverfolgbarkeit über den ganzen Produktionsprozess hinweg einschränke.

Apple wolle sich weiterhin um eine verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien bemühen, betonte der Konzern außerdem – das langfristige Ziel liege aber darin, nur noch recyclete Mineralien für die Produktion neuer Produkte einzusetzen.

Die Menschenrechtler des Enough Project hatten Apple 2017 als "klar führend" bei der Vermeidung von Konfliktmaterialien bezeichnet. Fast gleichzeitig warf Amnesty International großen Unternehmen – darunter Apple – vor, ihren Sorgfaltspflichten beim Bezug von Mineralien aus dem Kongo nicht ausreichend nachzukommen, dabei ging es besonders um Kinderarbeit bei der Förderung von Kobalt. (lbe)