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Kopierter Autopilot-Quellcode: Tesla fordert Zugriff auf iCloud-Daten

Tesla wirft einem Ex-Mitarbeiter vor, Geschäftsgeheimnisse per iCloud geklaut zu haben. Apple soll bei der Beweisaufnahme helfen.

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Ein ehemaliger Tesla-Mitarbeiter hat eingeräumt, Quellcode von Teslas Autopilot-System auf einen privaten iCloud-Account übertragen zu haben. Es sei "gängige und geduldete Praxis" gewesen, dass Mitarbeiter geschäftliche Informationen auf persönliche Geräte übertragen – darunter auch vertrauliche Daten, wie die Anwälte des von Tesla verklagten Ingenieurs mitteilten.

Der Ingenieur habe versucht, jeglichen Tesla-Quellcode von seinen persönlichen Geräten zu löschen, bevor er die Firma verlassen habe, heißt es in den Gerichtsunterlagen (AZ: 3:19-cv-01463-VC, United States Disctrict Court, Northern District of California). Alle auf den Geräten verbliebenen Daten seien "Unachtsamkeit geschuldet".

Der E-Autohersteller wirft dem Ingenieur vor, Geschäftsgeheimnisse geklaut und an den neuen Arbeitgeber, das chinesische E-Auto-Startup Xiaopeng Motors (XMotors) verraten zu haben – und zog im März vor gegen den ehemaligen Mitarbeiter vor Gericht. Laut Tesla wurden über 300.000 Dateien und Verzeichnisse in Apples iCloud geladen, darunter "komplette Kopien" von Teslas Autopilot-Quellcode, Firmware und Source-Code-Repositories des neuronalen Netzwerks.

Tesla hat bereits eine Anfrage (Subpoena) bei Apple gestellt, um Einblick in die iCloud-Daten des Ingenieurs nehmen zu können, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Welche Daten dabei genau aus Apples Cloud-Dienst abgefragt werden sollen, geht aus den Gerichtsunterlagen nicht hervor. Manche iCloud-Dienste arbeiten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, zu vielen anderen besitzt Apple bislang einen Schlüssel.

Ähnliche Vorwürfe wurden jüngst auch gegen zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter erhoben, die in der geheimen Auto-Sparte des Konzerns tätig waren. Die US-Bundespolizei hat im Januar einen Apple-Ingenieur einen Tag vor seinem Heimflug nach China verhaftet, der sich offenbar ebenfalls beim Konkurrenten XMotors beworben hatte.

Der Beschuldigte habe schon kurz nach seiner Anstellung bei Apple Unterlagen abfotografiert, hieß es vom FBI, darunter schematische Zeichnungen eines von Apple entworfenen Kabelbaums für ein autonomes Fahrzeug. (lbe)