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Langsame Updates und fehlende Preisflexibilität: Deckset kehrt Mac App Store den Rücken

Die Präsentations-Software Deckset, die ihr Debut im Mac App Store gab und über Jahre ausschließlich dort erhältlich war, wechselt mit Version 2 zum Direktverkauf, um die Beschränkungen von Apples Software-Laden loszuwerden.

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Deckset

Die Präsentations-Software Deckset wird nur noch direkt verkauft – und nicht mehr über Apples Mac App Store.

(Bild: Entwickler)

Mit Deckset hat nun ein Mac-Programm Apples Software-Laden verlassen, das im Mac App Store sein Debut gegeben hatte und bislang ausschließlich über diesen Kanal zu kaufen war. Die neue Version 2 wird rein als Direktkauf vom Entwickler über die eigene Webseite vertrieben und ist nicht im Mac App Store vertreten. Man habe das große Update genutzt, um sich nach vier Jahren aus Apples Laden zurückzuziehen, erklärt das Entwicklerstudio Unsigned Integer. Der Direktvertrieb ermögliche eine flexiblere Preisgestaltung, führen die Entwickler als Hauptgrund an – so könne man etwa Studenten einen deutlichen Rabatt einräumen sowie auch Teams.

Schnellere Updates ohne Apple-Zulassungsprüfung

Der Auszug aus dem Mac App Store soll außerdem eine höhere Update-Frequenz erlauben, da der “ermüdende Einreichungs- und Prüfprozess” durch Apple wegfällt. Der Mac-Hersteller kontrolliert nicht nur neue Apps, sondern auch jedes kleine Update. Immer wieder kommt es dabei zu Ärger, etwa unnachvollziehbaren Ablehnungen von Updates oder längeren Wartezeiten, wie beispielsweise zuletzt im Fall der Software Wiso Steuer – dies ist nicht nur für Entwickler sondern auch Nutzer frustrierend.

Version 1 der Präsentations-Software, die aus Markdown-Text Präsentationen erstellt, ist derzeit noch im Mac App Store zu finden. Nutzer, die diese dort nach dem 1. März 2017 gekauft haben, erhalten Version 2 kostenlos, für alle anderen Käufer kostet Deckset 2 im Direktvertrieb nun 29 Euro.

Exodus aus dem Mac App Store

Im Verlauf der vergangenen Jahre hat eine ganze Reihe prominenter Mac-Software Apples Laden verlassen. Neben den Wartezeiten, der starren Preisgestaltung, fehlenden Upgrade-Angeboten und dem verlorenen Kundenkontakt bemängeln Entwickler insbesondere auch Apples Sandboxing-Vorgabe, die vielen Apps vom Vertrieb über den Mac App Store ausschließt – oder sich eine Anpassung wohl nicht rechnet. Apple hat den iOS-App-Store im vergangenen Jahr komplett überarbeitet, ob ähnliches auch für den Mac App Store geplant ist, bleibt vorerst offen. (lbe)