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Mac-Software liest gespeicherte iPhone-Aufenthaltsorte aus

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Die heute veröffentlichte quelloffene Mac-Anwendung "iPhone Tracker" liest den von einem iPhone oder iPad 3G kontinuierlich gespeicherten Aufenthaltsort aus einer Datenbank aus. Die von dem Entwickler Pete Warden und dem Wissenschaftler Alasdair Allan bereitgestellte Software entnimmt dem iTunes-Backup die hinterlegten Geodaten mit ihrer Zeitmarkierung und stellt diese auf einer Karte mit Zeitleiste dar.

iPhone Tracker zeichnet eine Zugfahrt von Washington nach New York nach

Die Geodaten dieser Datenbank werden durch den iOS-Hintergrunddienst locationd seit iOS 4.0 (respektive iOS 3.2 auf dem iPad) erhoben und in der Datei "consolidated.db" hinterlegt. Seit iOS 3.2 stellt Apple einen eigenen Dienst bereit, den iOS-Geräte zu ihrer schnelleren Ortsfindung nutzen – zuvor griff das Unternehmen auf Datenbanken von Google und Skyhook Wireless zurück. Zugleich übermitteln die iOS-Geräte nach Apples Angabe die jeweils frisch erhobenen Ortsdaten periodisch zurück an das Unternehmen, inklusive der Angabe zu den Mobilfunkmasten und WLAN-Basisstationen der eigenen Umgebung sowie (falls von der Hardware unterstützt) die GPS-Koordinaten. Schaltet der Nutzer die im Auslieferungszustand aktivierten Ortungsdienste in den iOS-Einstellungen ab, sammelt und übermittelt das iOS-Gerät die Geodaten nicht. [Update: Es ist derzeit unklar, ob die in der consolidated.db hinterlegten Daten identisch mit den Daten sind, die iOS-Geräte mit aktivierten Ortungsdiensten regelmäßig an Apple übermitteln.]

Die Entwickler der iPhone-Tracker-Software weisen darauf hin, dass die lokale Datenbank unverschlüsselt auf dem iOS-Gerät liegt und auch ungeschützt im Rahmen des Backups auf einem Rechner landet, solange der Nutzer dies nicht durch iTunes verschlüsseln lässt – mit Zugriff auf iOS-Gerät oder Backup können damit Dritte das Bewegungsprofil leicht einsehen. Apple äußerte sich zu der Angelegenheit bisher nicht.

[Update: iPhone Tracker bereitet die Daten nach Angabe der Entwickler "mit künstlich reduzierter" Genauigkeit auf, um die Software für "Schnüffler weniger nützlich" zu machen. Deshalb lässt sich die Zeitleiste nur wöchentlich bewegen und beim Hineinzoomen verschleiert die Software die genauen Ortsdaten durch ein Raster – die exakten Angaben sind allerdings in der consolidated.db zu finden.] (lbe)