Menü
Mac & i

Mac-Verschlüsselungs-Tool GPG Mail nun kostenpflichtig – Nutzer verärgert

Die Entwickler haben GPG Mail mit dem jüngsten Update in eine zeitlich begrenzte Testversion verwandelt – und so einen Entrüstungssturm losgetreten.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 136 Beiträge
PGP in Apple Mail

Mit GPG Mail können Apple-Mail-Nutzer ihre E-Mails verschlüsseln.

(Bild: Entwickler)

Rechtzeitig zum Erscheinungstermin von macOS 10.14 Mojave hat GPGTools das Open-Source-Projekt GPG Suite am vergangenen Wochenende in Version 2018.4 veröffentlicht. Das enthaltene Plugin GPG Mail ist damit erstmals von Beginn an kompatibel zu Apples jüngstem Betriebssystem-Update. GPG Mail erlaubt das Ver- und Entschlüsseln von E-Mails per PGP in dem auf jedem Mac vorinstallierten E-Mail-Client Apple Mail.

Die Installation des Updates auf Version 2018.4 verwandelt GPG Mail in eine zeitlich begrenzte Testversion, die sich nach Ablauf von 30 Tagen erst gegen Bezahlung weiterhin einsetzen lässt. Die anfangs nur knapp kommunizierte Änderung löste einen Entrüstungssturm durch verärgerte Nutzer aus, die sich durch den Schritt als zur Zahlung erpresst sahen und das Update als “Ransomware” bezeichneten.

Man sei so stolz gewesen, zum ersten Mal schon vor der Veröffentlichung eine Kompatibilität mit Apples neuesten Betriebssystem-Update sicherzustellen, dass das Update schnell am Samstagmorgen veröffentlicht wurde, erklärten die Entwickler inzwischen in einem offenen Brief an die Anwender. Dabei waren zu Beginn nur begrenzte Informationen auf der Webseite bereitgestellt worden. Man habe gedacht, die meisten Nutzer wüssten bereits, dass GPG Mail kostenpflichtig wird.

Die Entwickler hatten schon vor mehreren Jahren angekündigt, für das wichtige Apple-Mail-Plugin künftig Geld zu verlangen, die Einführung aber aufgeschoben – sie folgte nun mit der finalen Fassung von GPG Mail 3, die neben macOS 10.14 Mojave auch macOS 10.13 High Sierra unterstützt.

Die GPG Suite und GPG Mail bleiben quelloffen, betont das Entwickler-Team. Auch nach Ablauf des Testzeitraums ermögliche GPG Mail 3 weiterhin, verschlüsselte E-Mails zu entschlüsseln. Das Signieren, Verschlüssel und Verifizieren erfordert aber den “GPG Mail Support Plan”, der zum Preis von 23,80 Euro angeboten wird und alle Updates für GPG Mail 3 abdecken soll sowie Support und Hotfixes enthält. Die GPG Suite lässt sich weiterhin kostenlos einsetzen, Nutzer können bei der Installation das Mail-Plugin ausklammern.

Man sei erstaunt, dass einem nach zehn Jahren der kostenlosen Bereitstellung mitsamt Support ein derartiger Hass entgegengeschlagen sei, schreiben die Entwickler – und hoffen darauf, dass die Nutzer die Weiterentwicklung nun durch Kauf des Support Plan unterstützen. (lbe)