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Messenger: Line will WhatsApp in Deutschland Konkurrenz machen

Textnachrichten, Videos, Spiele: Mit einer Plattform tritt der japanische Messenger Line gegen den Kurzmitteilungsdienst WhatsApp an. Deutsche Nutzer seien besonders an Datenschutz interessiert.

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Unter anderem durch den Verkauf von Sticker macht der Messaging-Dienst Umsätze im dreistelligen Millionenbereich pro Quartal

Der japanische Messaging-Dienst Line will verstärkt auf dem deutschen Markt expandieren. "Wir wollen innerhalb kurzer Zeit zu einer starken Konkurrenz für WhatsApp werden", kündigte die Europa-Chefin Sunny Kim am Freitag in Tokio im Gespräch mit der dpa an. Line zählt nach eigener Angabe über 420 Millionen registrierte Nutzer. Im Unterschied zu WhatsApp bietet Line nicht nur Apps für Mobil-Plattformen, sondern auch für die Desktop-Betriebssysteme Windows und Mac OS X an.

Dabei gehe es nicht nur um Textnachrichten und Video-Gespräche. Mit einer sogenannten "Life Platform" integriert Line verschiedene andere Elemente wie Kamerafunktionen, Sticker und Spiele. Insbesondere Spiele seien in Deutschland ein "starker Markt", betonte Kim. Darüber hinaus halte das Unternehmen Ausschau nach potenziellen Partnern im Bereich des elektronischen Handels.

Der Dienst kündigte unter anderem ein Bezahlsystem an, mit dem Nutzer mittels einer Verbindung zu Kreditkarten nicht nur Line-Angebote, sondern auch Dienstleistungen von anderen angeschlossenen Anbietern, Geschäften, Webdiensten und Apps bezahlen können. Damit lasse sich unter anderem Geld direkt an andere Konten schicken, ohne Bankinformationen eingeben zu müssen. Auch Facebook plant, eine Payment-Komponente in den hauseigenen Messenger zu integrieren.

Line gehört zum südkoreanischen Konzern Naver und expandiert derzeit besonders stark in Asien. In Europa habe man vor eineinhalb Jahren auf dem spanischen Markt begonnen, erkärte Kim.

"Wir brauchen für jedes Land eine andere Strategie", erklärte die Europachefin. In Deutschland gelte es, besonders die Stärken von Line beim Datenschutz und der Sicherung der Privatsphäre zu betonen, zum Beispiel bei "versteckten Chats" – die Nachrichten "verschwinden" im Snapchat-Stil nach einer vorgegebenen Zeitspanne von wenigen Sekunden bis hin zu einer Woche. (Mit Material der dpa) / (lbe)