Microsoft beginnt iOS-Testlauf für Project xCloud – trotz Apple-Einschränkungen

Weil sich Microsoft an Apples Regeln halten muss, unterscheidet sich xCloud auf iOS von der Android-Version. Streaming von der Xbox ist nicht vorgesehen.

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Project xCloud streamt Xbox-Spiele aus der Cloud.

(Bild: Microsoft)

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Microsofts Cloud-Gaming-Dienst Project xCloud gibt als "eingeschränkte Vorabversion" sein Debüt auf iPhone und iPad. Man habe die Rufe nach iOS-Support gehört und die App bereits intern getest, teilte Microsoft-Manager Larry Hryb mit. Nun wird sie über Apples Beta-Verteilsystem Testflight erstmals öffentlich angeboten – für einen begrenzten Kreis an Nutzern. Project xCloud streamt Spiele wie Gears 5 und Forza Horizon 4 direkt aus der Cloud auf die Clients, dafür ist ein Abonnement erforderlich. Noch gibt es xCloud nicht in Deutschland.

Im Unterschied zur bereits verfügbaren Android-Vorabversion weist die iOS-App erhebliche Einschränkungen auf. Das sei erforderlich, um Apples App-Store-Regelwerk einzuhalten, schreibt Hryb. Die iOS-Beta wird vorerst nur in den drei Ländern USA, Großbritannien und Kanada angeboten, zudem fehlt derzeit die zentrale Funktion, auch Spiele von der eigenen Xbox streamen zu können (Xbox Game Streaming). Zu Beginn steht mit "Halo: The Master Chief Collection" außerdem nur ein einziges Spiel über den Streaming-Dienst zur Verfügung. Welcher Apple-Vorgabe Microsoft hier folgt, bleibt allerdings unklar.

Die Testflight-Beta soll an 10.000 Tester verteilt werden, die zum Start vergebenen Plätze seien aufgrund der erheblichen Nachfrage bereits belegt, so der Microsoft-Manager. Man werde im Verlauf der Preview-Phase aber durch Tester rotieren, sodass verschiedene Interessenten zum Zug kommen. Für die Teilnahme ist eine Registrierung erforderlich. Project xCloud setzt iOS 13 sowie einen Xbox-One-Wireless-Controller voraus, den iOS inzwischen unterstützt.

Das Fehlen der Streaming-Funktion für Spiele von einer eigenen Xbox erinnert an Apples Zwist mit Steam-Hersteller Valve: Der Anbieter durfte die Steam-Link-App rund ein Jahr lang nicht auf iPhone und iPad bringen, weil Apple offenbar ein Dorn im Auge war, dass Nutzer darüber Spiele von iPhone und iPad aus auf ihrem PC kaufen konnten – ohne, dass Apple mitverdient.

Apple führte daraufhin eine weitere Regel ein, nach der es solchen Remote-Desktop-Apps untersagt ist, digitale Inhalte über eine eigene Store-Oberfläche anzubieten. Sony durfte im vergangenen Jahr allerdings in den App Store: Dort gibt es seit Frühjahr 2019 eine Remote-Play-App für Playstation-4-Besitzer. (lbe)