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Millionenumsätze mit Abo-Nepp in Apples App Store

Mit In-App-Abonnements setzt eine zweifelhafte iPhone-App geschätzte 2 Millionen Dollar um – pro Monat. Apple verdient kräftig mit.

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Millionenumsätze mit Abo-Nepp in Apples App Store

Für die Standortfreigabe, eine in iOS kostenlos integrierte Funktion, veranschlagt der App-Anbieter 80 Euro pro Monat.

Die von Apple eingeführte Option für kostenlose Probeabos, die sich automatisch in teure App-Abonnements verwandeln, beschert Scammern offenbar Millionenumsätze: Die App FindNow setzt nach Schätzung eines App-Analysedienstes allein rund 2 Millionen Dollar pro Monat um. Sie bietet ein Abonnement feil, für das nach drei Gratistagen dann in jeder Woche knapp 20 Euro abgerechnet werden. 30 Prozent dieses Umsatzes behält Apple als Provision ein.

Bei der App handelt es sich um einen gängigen Dienst zur Standortfreigabe mit anderen Nutzern, den etwa Apple auch gratis in das Betriebssystem integriert hat. Mit irreführenden Werbeanzeigen in sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook erweckt die App den Anschein, den Aufenthaltsort anderer Nutzer leicht überwachen zu können, um zum Beispiel die untreue Freundin zu überführen, wie ein indischer Entwickler bemerkte.

Der Hinweis auf die Premium-Mitgliedschaft erscheint unmittelbar – und führt unaufmerksame Nutzer direkt ins teure Abo.

Nach dem Download der kostenlosen App wird dem Nutzer sofort die Premium-Mitgliedschaft angedreht, deren hoher Preis nur im Kleingedruckten zu lesen ist.

Mancher Nutzer scheint an diesem Punkt den Kauf einfach per Touch-ID-Fingerabdruck abzuschließen – ohne zu verstehen, dass dadurch ein kostenpflichtiges Abonnement anläuft.

Die Ende vergangenen Jahres von Apple neu eingeführte Funktion, ermöglicht es Apps, ein Abo feilzubieten, das sofort abgeschlossen wird, zu Beginn aber für einen kurzen Zeitraum noch kostenlos ist – dies erlaubt etwa den Test einer App. Das Abo verwandelt sich nach Ablauf des Probezeitraums automatisch in ein kostenpflichtiges Abo, wenn der Käufer es nicht zeitig storniert.

Problematisch dabei: Apple hat die Aboverwaltung tief in den App-Store- respektive Account-Einstellungen vergraben, und weist beim Kauf nur darauf hin, dass man in den "Einstellungen" auf "Abo kündigen" drücken könne, um welche Einstellungen es sich dabei genau handelt und wo diese zu finden sind, lässt der Hinweis unbeantwortet.

Nepper setzen entsprechend schon länger auf verschiedene Tricks, um zum Abschluss eines derartigen Abonnements in Apps zu locken. Betroffene Nutzer können ihre Einkaufshistorie unter reportaproblem.apple.com einsehen – und irrtümlich abgeschlossene Abonnements dort reklamieren. (lbe)