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Mobilfunkmodule: Apple kommt nicht von Qualcomm weg

Auch in diesem Jahr werden in größeren Teilen der iPhone-Produktion noch Komponenten von dem Chipspezialisten stecken, mit dem sich Apple vor Gericht streitet. Der Hauptteil der Funkmodule kommt jedoch von Intel, behaupten Insider.

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Broadcom hatte für Qualcomm in der Spitze 121 Milliarden Dollar geboten, plus die Übernahme von Schulden in Höhe von 25 Milliarden Dollar.

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

Qualcomm wird auch in diesem Jahr für aktuelle iPhone-Modelle Mobilfunkchips liefern – obwohl sich Apple und der Chipspezialist weiterhin weltweit ein hartes juristisches Scharmützel liefern, das einen ungewissen Ausgang hat.

Das haben informierte Kreise gegenüber dem amerikanischen Wirtschaftsblatt Fast Company mitgeteilt. Demnach sorgt Qualcomm bei den für Herbst 2018 geplanten neuen Modellen für mindestens 30 Prozent der passenden LTE-Mobilfunkmodems. 70 Prozent werde diesmal Intel übernehmen. Beobachter erwarten drei neue Modelle: "iPhone X 2" (direkter Nachfolger des iPhone X), "iPhone X Plus" (größerer Bildschirm) sowie ein neues, nahezu randloses LCD-iPhone.

Der Prozessorriese Intel hat im iPhone 7 erstmals Funkchips für Apple-Geräte geliefert und baut seinen Anteil seither kontinuierlich aus. Allerdings sollte sich Intel nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen: Angeblich plant Apple künftig selbst eigene Funkmodems herzustellen, eine entsprechende Abteilung ist offenbar schon seit längerem aktiv. Der iPhone-Produzent bemüht sich stets, für sein Geschäft zentrale Techniken im eigenen Haus zu entwickeln – etwa auch Grafikchips für iOS-Geräte.

Qualcomm wird laut Apples Plan bereits 2019 komplett im iPhone ersetzt werden, schreibt Fast Company weiter – vermutlich durch Intel. Vor dem iPhone 7 hatte Qualcomm seit 2011 für alle Mobilfunkchips im iPhone gesorgt. Seit zwei Jahren gibt es einen heftigen Streit um Lizenzgebühren zwischen Apple und Qualcomm.

Der iPhone-Produzent findet, Qualcomm verlange einen zu hohen Anteil am iPhone-Umsatz und hält Zahlungen zurück. Beide Unternehmen verklagen sich seither gegenseitig an unterschiedlichen Schauplätzen der Erde. Zudem ermitteln Regulierungs- und Marktaufsichtsbehörden gegen Qualcomm. Zuletzt hatte der Chipspezialist angekündigt, seine Lizenzgebühren etwas zurückzufahren.

So sollen Gebühren auf einen Gerätepreis von bis zu 400 US-Dollar anfallen, nicht wie bisher auf maximal 500 US-Dollar. In den USA verkauft Apple iPhones zu Preisen zwischen 350 und 1150 Dollar, der durchschnittliche Verkaufspreis liegt mittlerweile bei 800 Dollar. (bsc)