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Monster-Klage gegen Beats-Gründer ist gescheitert

Einst waren Noel Lee und seine Firma Monster Geschäftspartner von Beats und dessen Gründern. Doch als Lee hinausgedrängt wurde und dann Apple Milliarden für Beats zahlte, fühlte sich Lee über den Tisch gezogen. Laut Urteil lief aber alles vertragskonform.

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2014 übernahm Apple Beats.

(Bild: dpa, David Ebener)

Monster-Chef Noel Lee ist mit seiner Klage gegen die Beats-Gründer Dr. Dre (Andre Young) und Jimmy Iovine gescheitert. Nachdem Lee seinen Anteil an Beats verkauft hatte, wurde Beats zu einem viel höheren Wert von Apple übernommen. Lee fühlte sich übervorteilt und klagte. Doch der zuständige Richter eines kalifornischen Gerichts fand selbst bei freundlichster Auslegung im Sinne Lees keine Anspruchsgrundlage. Daher hat er vergangene Woche in einem abgekürzten Verfahren für die Beklagten geurteilt.

Dr. Dre hat den Prozess in erster Instanz gewonnen.

(Bild: Jason Persse CC-BY-SA 2.0)

Die Geschworenen, die diese Woche den Fall vorgetragen bekommen sollten, müssen trotzdem arbeiten: Sie sollen entscheiden, ob Lee die Verfahrens- und Anwaltskosten der Beklagten übernehmen muss. Diese fordern Ersatz, weil der Vertrag zwischen den Streitparteien eindeutig sei und keinen Spielraum für die Klage gelassen habe. Das Verfahren ist als Monster v. Beats bekannt.

Lee besaß einst einen Fünf-Prozent-Anteil an Beats. Lees Firma Monster produzierte ab 2008 die Beats-Kopfhörer. Im September 2011 übernahm HTC 51 Prozent von Beats. Dieser Wechsel der Mehrheitsanteile löste eine Klausel im Vertrag zwischen Beats und Monster aus. Diese Klausel ermöglichte Beats, aus dem Vertrag auszusteigen, aber die Rechte an den Produkten samt Produktionsmittel und Lieferanten zu übernehmen.

Bereits im Juli 2012 kaufen Dr. Dre und Iovine den halben HTC-Anteil zurück. Daher betrachtet Lee den Einstieg HTCs als Schimäre, die nur dazu gedient habe, die Vertragsklausel auszulösen. Außerdem behauptete er sinngemäß, sich machtlos gefühlt und unter diesem Druck seinen Anteil in zwei Teilen verkauft zu haben.

Apple-CEO Tim Cook mit den beiden Beats-Gründern und Apple-Manager Eddy Cue.

(Bild: Apple)

Laut Klageschrift haben die Beats-Gründer im September 2013 erfolgreich mit HTC über einen Rückkauf der restlichen Anteils verhandelt und gleichzeitig mit Apple Gespräche über einen Verkauf der Firma geführt. Im Mai 2014 kaufte Apple dann Beats zusammen mit der Streaming-Tochter Beats Music für mehr als drei Milliarden US-Dollar.

Lee hatte seine fünf Prozent zu einer viel geringeren Bewertung abgegeben. Anfang 2015 klagte Lee gegen die beiden Beats-Gründer Dr. Dre und Jimmy Iovine, die Firma Beats selbst, HTC, ein Mitglied des Beats-Verwaltungsrates, sowie 25 Unbekannte. Doch der Richter erkannte in Lee einen erfahrenen Investor und stellte fest, dass die Vorgehensweise Beats' vertragskonform war. Lee kann gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen. (ds)