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Nach Apple-Maps-Änderung: TomTom-Aktie fällt

Bislang gehört der niederländische Navi-Spezialist zu Apples wichtigsten Kartenlieferanten. Doch der iPhone-Produzent will künftig selbst ran.

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(Bild: dpa, Robert Schlesinger)

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Apples Entscheidung, sich seine Grundkarten für Apple Maps künftig selbst zu erstellen, hat an der Börse in Amsterdam zu schlechter Stimmung für den bisherigen Lieferanten TomTom N.V. geführt. Die Aktie des Navigationsspezialisten aus den Niederlanden musste am Montag zwischenzeitlich ein Minus von über 6 Prozent einstecken, nachdem die Pläne des iPhone-Herstellers zum Wochenende bekanntgeworden waren. Auch schon am Freitag hatte es Verluste gegeben, vom 52-Wochen-Tief sind die Anteilsscheine nicht mehr weit entfernt.

Apple plant, künftig eine eigene Kartendatenbank einzusetzen. Start ist die eigene Heimat des Konzerns – der amerikanische Bundesstaat Kalifornien. TomTom wird von Apple bereits seit 2012 eingesetzt. Damals entschied sich Apple dafür, statt auf Google Maps künftig einen eigenen Kartendienst anzubieten. Das dafür notwendige Grundlagenmaterial kam und kommt unter anderem von TomTom.

Erstmals zu sehen wird das Apple-Kartenmaterial mit iOS 12 sein, ein Rollout für erste Regionen ist im Herbst geplant. Die Karten sollen von Apples hauseigenen Erfassungsfahrzeugen kommen, die auch bereits in Europa unterwegs sind. Zudem kauft Apple hochauflösendes Satellitenbildmaterial, wie der Konzern gegenüber US-Medien mitteilte. Beim Abfahren der Straßeninfrastruktur will Apple strikt auf Datenschutzvorgaben achten – da Apple Maps keine Werbung enthält, müssen zudem weniger Daten erfasst werden.

Apple hatte in der Vergangenheit viel Kritik zu seiner Maps-App einstecken müssen. So ist der iPhone-Produzent in Sachen Detailreichtum in manchen Regionen noch immer hinter Google. Das Unternehmen neigt zudem dazu, Basistechniken stets im eigenen Haus zu entwickeln, um ausreichend Kontrolle zu haben. Darunter fällt nun eindeutig auch die Kartendatenbank. (bsc)