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Nach Apple-Umsatzwarnung: US-Kanzleien prüfen Anlagebetrugsvorwürfe

Zwei Anwaltskanzleien wollen untersuchen, ob Aussagen des Apple-Chefs zum iPhone-Geschäft irreführend waren. Das Ziel sind Sammelklagen von Aktionären.

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iPhone

(Bild: dpa, Charles Rex Arbogast/AP)

Apples plötzliche Umsatzwarnung für das Weihnachtsgeschäft 2018 könnte ein juristisches Nachspiel haben. Zwei US-Kanzleien wollen Vorwürfe des Anlagebetruges untersuchen: Dabei solle geprüft werden, ob Apple-Manager "erheblich irreführende" Geschäftsinformationen an die Öffentlichkeit getragen haben, wie die Kanzleien mitteilten.

Speziell geht es um zwei Aussagen von Apple-Chef Tim Cook: Dieser warnte zum Jahresanfang, Apple werde einen um mehrere Milliarden Dollar geringeren Umsatz im zurückliegenden Quartal erzielen als ursprünglich prognostiziert – aufgrund von "geringer als erwartetem iPhone-Umsatz, hauptsächlich in Großchina". Noch im letzten November hatte Cook bei der Bekanntgabe der vorausgehenden Geschäftszahlen erklärt, Apples China-Geschäft laufe hervorragend und sei im dritten Quartal 2018 im zweistelligen Bereich gewachsen, wie die Anwälte aufführen.

Ziel der Prüfung ist die mögliche Anstrengung von Sammelklagen. Die Anwälte suchen dafür nach Apple-Aktionären, die sich einer solchen Klage anschließen wollen. Apples Gewinnwarnung habe zu einem Absturz der Aktie des Konzerns geführt und damit Investoren geschadet, schreiben die Kanzleien. Aktionäre sollen mit den Sammelklagen eine Chance erhalten, "ihre Verluste wettzumachen".

Apple hatte Anfang Januar die Prognose eines Rekordumsatzes zwischen 89 und 93 Milliarden Dollar im letzten Geschäftsquartal auf rund 84 Milliarden Dollar nach unten korrigiert. Apple habe die allgemeine wirtschaftliche Abschwächung in dem Land und ihre Folgen "unterschätzt", schrieb Cook in einem offenen Brief an Investoren.

In den vergangenen Wochen gab es bereits mehrfach Berichte über eine unter den Erwartungen liegende iPhone-Nachfrage, besonders bei dem neuen iPhone XR. Die Apple-Aktie war bereits Ende vergangenen Jahres unter Druck geraten, nachdem Apple angekündigt hatte, künftig keine iPhone-Verkaufszahlen mehr zu nennen. (lbe)