Nach Apple-Warnung: EU-Kommission setzt Ladegerät-Vorgabe auf Agenda

Eine gesetzliche Regelung für eine einheitliche Smartphone-Lademethode soll noch 2020 kommen. Apple könne ja einen Adapter beilegen, heißt es bei der CSU.

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Eine Vorgabe für eine einheitliche Lademethode könnte 2020 umgesetzt werden.

(Bild: iko / Shutterstock.com)

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Die EU-Kommission hält an dem Plan zur Einführung einer gesetzlichen Vorgabe für Smartphone-Ladegeräte fest: Eine einheitliche Lademethode, die Mobiltelefone und "ähnliche Geräte" mit Strom versorgen soll, steht auf dem Arbeitsprogramm für 2020, das die Brüsseler Behörde am Mittwoch vorstellte.

Die Initiative entspricht den Wünschen des Europäischen Parlaments: Abgeordnete hatten die Kommission Mitte Januar dazu gedrängt, mehr Druck auf die Elektronikbranche auszuüben und ein seit Jahren aufgeschobene Vorgabe für eine einheitliche Lademethode endlich umzusetzen. Das solle nicht nur Nutzern das Leben erleichtern, sondern auch Elektronikschrott verringern. Als Zeitplan wird im Arbeitsprogramm der Kommission bislang Spätsommer aufgeführt.

Apple hat in der vergangenen Woche mit Nachdruck vor einer Vorgabe gewarnt: Dies wäre innovationsfeindlich und schade der gesamten Wirtschaft. Zudem würde die Abschaffung der Lightning-Schnittstelle bei iPhones für einen "beispiellose Menge an Elektroschrott" sorgen statt diesen zu verringern – schließlich gebe es mehrere hundert Millionen solcher Geräte und Accessoires. Apple hält eine Regulierung auch für überflüssig: USB-C habe sich bereits als einheitliche Lademethode bei Netzteilen durchgesetzt, die Verwendung unterschiedlicher Kabel sei in der Praxis kaum ein Problem.

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber erinnerte am Mittwoch daran, dass die EU schon seit zehn Jahren versuche, Gerätehersteller auf freiwilliger Basis zu einem einheitlichen Standard für Ladestecker zu bewegen. "Einzelne Anbieter wie Apple haben allerdings kein Interesse an einem gemeinsamen Modell", kritisierte er. Als Übergangslösung schlug Ferber vor, Apple könne einen kostenlosen Adapter zur Verfügung stellen.

Handy-Hersteller, darunter Apple, hatten sich erstmals 2009 freiwillig auf Micro-USB als eine gemeinsame Ladelösung in Europa geeinigt. Für das iPhone bietet Apple seitdem einen Micro-USB-Adapter für die eigenen proprietären Schnittstellen an. Beim iPhone 11 Pro legt der Hersteller erstmals ein USB-C-Netzteil und ein USB-C-auf-Lightning-Kabel bei. Einen direkten Adapter von USB-C-Stecker auf Lightning-Port gibt es bislang nicht. iPad Pro und Macs werden bereits direkt per USB-C geladen.

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Das Parlament werde diese Woche eine Aufforderung an die Kommission richten, ihren Vorschlag schon bis Juli vorzulegen. Durch alte Ladekabel fallen nach Angaben des Europaparlaments in der EU jährlich rund 51.000 Tonnen Elektroschrott an.

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(lbe)