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Nach Cooks Kritik: Facebooks Ex-Sicherheitschef schießt zurück

Er stimme Cooks Datenschutzforderung zu, so der ehemalige Sicherheitschef des sozialen Netzwerkes, doch müsse Apple seine China-Praktiken offenlegen.

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Apple in China

Apple hat im vergangenen Jahr zahlreiche VPN-Apps in China aus dem App Store geworfen.

(Bild: dpa, Diego Azubel/Archiv)

Nach Tim Cooks scharfer Kritik an Facebooks massiver Datensammlung hat sich der ehemalige Sicherheitschef des sozialen Netzwerks mit einer Retourkutsche zu Wort gemeldet: Cook habe völlig recht, Datenschutz sei ein grundlegendes Menschenrecht, das aber auch für Nutzer in China gelten sollte, schreibt Alex Stamos auf Twitter. Apple müsse klar offenlegen, wie sicher die iCloud-Daten sind, die auf die Server der lokalen Firma Guizhou on the Cloud Big Data (GCBD) migriert wurden,die der Provinzregierung von Guizhou im Süden Chinas gehört.

Stamos rief Apple auch zu einer Klarstellung auf, ob GCBD auf iCloud-Backups zugreifen kann und ob der Konzern dafür Konzessionen eingehen musste, dass iMessage der einzige Messaging-Dienst mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist, der von China nicht blockiert werde.

Stamos kritisierte auch die mediale Berichterstattung über Cooks Rede, die China völlig ausgeklammert habe: Apple nutze schließlich Hardware-basiertes Rechtemanagement, um chinesischen Nutzern die Möglichkeit zu verwehren, VPN-Apps und Krypto-Messenger zu installieren, um damit Überwachung und Zensur zu umgehen, schreibt Stamos – diesen Kontext müsse man berücksichtigen.

China sei ein genereller blinder Fleck für viele in der IT-Branche, so der ehemalige Facebook-Manager, man ignoriere Arbeitsbedingungen, Umweltverschmutzung, Zensur und Überwachung, um den Zugang zu dem wichtigen Markt nicht zu verlieren. Der Sicherheitsspezialist verließ Facebook im Frühjahr in Anbetracht des Datenskandals um Cambridge Analytica.

Die Rede auf der 40. Internationalen Konferenz der Beauftragten für den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre (ICDPPC) in Brüssel brachte Cook viel Applaus ein, indirekt angesprochene Konzerne wie Facebook und Google haben bislang nicht öffentlich reagiert.

China zählt inzwischen auch zu Apples größten und somit wichtigsten Märkten. Das Unternehmen hat den Vorgaben staatlicher Stellen – trotz erheblicher internationaler Kritik – mehrfach Folge geleistet. Es sei besser dort eingeschränkt präsent zu sein, als sich ganz zurückzuziehen, argumentierte der Apple-Chef im vergangenen Jahr.

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(lbe)