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Nach Facebook-Übernahme: Bewegungstracker Moves darf persönliche Daten weiterreichen

Mit einer Änderung der Datenschutzbedingungen erlaubt sich der finnische App-Hersteller, persönlich identifizierbare Informationen an Partner weiterzugeben – auch an die neue Mutter Facebook.

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Mit Version 2.6.4 beziehungsweise 1.5.5 der für iOS und Android erhältlichen populären Fitness-App Moves kommt eine unschöne Neuerung auf die Nutzer zu: Sie müssen einer signifikant veränderten neuen Privacy Policy zustimmen. Hieß es in den Datenschutzbedingungen des finnischen Herstellers unter dem Punkt "Teilen von Daten mit Dritten" bislang vergleichsweise privatsphärenfreundlich, es würden individuelle Userdaten nur nach expliziter Einverständnis des Users oder auf gesetzliches Verlangen herausgegeben, wurde dieser Bereich nun vollständig umgeschrieben.

Die neue "Privacy Policy" von Moves erwähnt Facebook explizit.

(Bild: Screenshot moves-app.com)

Moves hatte Ende April mitgeteilt, dass das Unternehmen vom Social-Networking-Riesen Facebook übernommen werde. Damals war noch betont worden, die Firma aus Helsinki wolle die App weiterhin "unabhängig" entwickeln – sowie keine Nutzerdaten mit Facebooks Informationsbestand zusammenführen.

Genau das tritt nun laut der neuen Privacy Policy ein: "Wir dürfen Informationen, darunter auch persönlich identifizierbare, mit unseren Partnern teilen." Damit gemeint sind Firmen, die "Teil unserer unternehmerischen Gruppe sind, inklusive – aber nicht nur – Facebook". Damit solle es ermöglicht werden, den Moves-Dienst den Nutzern anzubieten sowie ihn "zu verstehen und zu verbessern". Zudem darf der Moves-Hersteller die Daten auch zum Schutz eigener Interessen nutzen – solche Formulierungen hatten dieses Jahr bereits bei Microsoft, Yahoo und Apple zu einem kleineren Datenschutzskandal geführt.

Moves hatte sich vor dem Aufkauf durch Facebook in seinen Privacy-Regeln bereits ausbedungen, Nutzerinfos weitergeben zu dürfen, sollte die Firma von einer dritten Partei übernommen werden. Diese müsse sich nur an die "anwendbaren Datenschutzbedingungen" halten. Das wäre im Fall der Europa-Filiale von Facebook von nun an vermutlich irisches Recht.

Die Fitness-App Moves läuft im Hintergrund auf dem Smartphone, zeichnet anhand von Bewegungsmustern Aktivitäten wie Laufen und Gehen auf, zählt Schritte auf und berechnet verbrauchte Kalorien. Sie soll mehrere Millionen Mal heruntergeladen worden sein, bevor Facebook zuschlug. (bsc)