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Nach Kartellamtsprüfung: Hörbuch-Exklusiv-Deal zwischen Audible und Apple fällt

Apple kann Hörbücher für den Vertrieb im iTunes Store künftig auch bei anderen Anbietern beziehen statt exklusiv von der Amazon-Tochter Audible. Das Bundeskartellamt hat das Verfahren eingestellt.

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Die Hörbücher im iTunes Store stammten bisher ausschließlich von Audible.

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Amazon und Apple verzichten beim Vertrieb von Audiobüchern ab sofort auf langjährige Exklusivklauseln, wie das Bundeskartellamt am Donnerstag mitteilte. Der Entscheidung der Konzerne ist in Reaktion auf ein Verfahren erfolgt, das die Wettbewerbsbehörde im November 2015 gegen Apple sowie die Amazon-Tochter Audible eingeleitet hatte. Auslöser war eine Beschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Amazon den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung vorwirft. Das Verwaltungsverfahren wurde zugleich eingestellt.

Bislang bezog der iTunes Store sämtliche digitale Hörbücher ausschließlich bei der Amazon-Tochter Audible, Audible wieder belieferte keine anderen digitalen Verkaufsplattformen außer den iTunes Store. Künftig kann Apple die Audiobücher auch bei anderen Anbietern einkaufen und Audible die Hörbücher über weitere Plattformen vertreiben. Dies solle “eine größere Angebotsvielfalt und niedrigere Preise für die Verbraucher” ermöglichen, so das Kartellamt.

Die Verlage sahen in Amazons bisherigem Vorgehen einen Missbrauch der Marktstellung, ”um Hörbuchverlagen unzumutbare Bedingungen für die Vermarktung digitaler Hörbücher aufzuzwingen”. Der Retail-Riese versuche die Verlage in neue Lizenzverträge mit einem Flatratemodell zu zwingen, hieß es in der Beschwerde von Ende 2015. Mit dem Vertrieb über Audibles und Amazons Plattformen sowie Apples iTunes Store kontrolliere das Unternehmen über 90 Prozent des deutschen Hörbuchmarkts, lautete der Vorwurf der Verleger. Hörbuchverlage sollen durch das Ende der Exklusivvereinbarung neue Absatzmöglichkeiten erhalten.

Die Europäische Kommission, die ebenfalls im Jahr 2015 eine Prüfung eingeleitet hatte, begrüßte die Entscheidung der Konzerne: Die Aufhebung der Exklusivvereinbarungen werde den Wettbewerb erhöhen “und den Zugang der europäischen Verbraucher zu herunterladbaren Hörbüchern verbessern”. (lbe)