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Nach Missbrauchsvorwürfen: Auch Apple Music wirft R. Kelly aus Wiedergabelisten

Ebenso wie Spotify hat auch Apple begonnen, die Musikstücke des Sängers nicht länger prominent über hauseigene Playlists zu verbreiten. R. Kellys Werke sind aber weiterhin verfügbar.

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Apple Music

Apple Music ist der zweitgrößte Musik-Abo-Dienst hinter Spotify.

(Bild: dpa, Sebastian Kahnert)

Apple Music verbannt R. Kelly nach Missbrauchsvorwürfen aus den eigenen Wiedergabelisten: Apples Musik-Streaming-Dienst habe schon im Verlauf der letzten Wochen damit begonnen, die Werke des Sängers aus den prominent hervorgehobenen Playlists zu entfernen, wie das Musikmagazin Pitchfork berichtet. Die Entscheidung sei “still” umgesetzt worden und Spotifys vor wenigen Tagen erfolgter Ankündigung vorausgegangen.

So fehlen nun etwa in Apple-Music-Wiedergabelisten wie “Best Slow Jams of the 90s” die Songs von R. Kelly – ein Albencover des Sängers deutet noch an, dass hier zuvor entsprechende Songs enthalten waren. Ebenso wie bei Spotify steht R. Kellys Musikkatalog aber auch über Apple Music weiterhin zum Abruf bereit, wenn Nutzer danach suchen. Spezielle Playlisten, die nur Songs des Sängers enthalten, sind derzeit ebenfalls unverändert bei Apples Musik-Streaming-Dienst zu finden. Ob diese in Zukunft auch verschwinden sollen, bleibt vorerst unklar.

Einen Grund für den Schritt nannte Apple öffentlich bislang nicht. Spotify hatte zuvor erklärt, man wolle den Sänger nicht “länger bewerben” und auf eine neue Richtlinie zu Hassinhalten und gewalttätigem Verhalten der Künstler hingewiesen. Der deshalb von Spotify ebenfalls aus hauseigenen Wiedergabelisten gestrichene Rapper XXXTentacion werde von Apple Music aber weiterhin prominent in Wiedergabelisten beworben, merkt das Musikmagazin an.

Die Kampagne #MuteRKelly hat jüngst Unterstützung der Bewegung “Women of Color / Time's Up” erhalten und den Druck auf Unternehmen erhöht: Diese fordert, die inzwischen seit über 20 Jahren gegen R. Kelly vorgebrachten Anschuldigungen über Missbrauch und sexuelle Nötigung endlich umfassend zu untersuchen und aufzuklären. Firmen und Konzertveranstalter – darunter Apple und Spotify – wurden aufgefordert, Verbindungen zu R. Kelly abzubrechen. (lbe)