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Nach Nichtempfehlung durch US-Warentester: Apple findet Bug, der MacBook-Pro-Akkulaufzeit dezimiert

Laut Consumer Reports konnten sich die brandneuen Geräte bereits nach dreieinhalb Stunden verabschieden. Laut Apple liegt das an einem Fehler – und der Testweise.

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MacBook Pro: Links 13 Zoll, rechts 15 Zoll.

(Bild: Apple<br>)

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Im Konflikt zwischen Apple und den renommierten US-Warentestern vom Magazin Consumer Reports um die Akkulaufzeit beim neuen MacBook Pro ist nun der Schuldige gefunden: Ein obskurer Bug im Browser Safari unter macOS Sierra. Das teilte Apple gegenüber US-Medien in einem Statement mit. Demnach gibt es im Code einen Fehler, der – allerdings nur manchmal – zum andauernden Nachladen von Icons führen kann, wenn der Cache in Safari deaktiviert wird. Dies sorgt wiederum dafür, dass sich die Batterie manchmal deutlich schneller leert.

Im Test hatte Consumer Reports, eine Art Stiftung Warentest für die USA, sehr inkonsistente Akkulaufzeiten zwischen 3,75 und 19 Stunden festgestellt. Aufgrund dieses Ergebnisses wurde keine Empfehlung für das neue MacBook Pro ausgesprochen – das erste Mal seit Jahren. Apple erklärte sich daraufhin bereit, mit den Warentestern zusammen nach den Ursachen zu forschen.

Wie sich nun herausstellte, deaktivert Consumer Reports bei seinen Akkutests, die auf dem ständigen automatisierten Laden von Websites in Safari bei einer bestimmten Bildschirmhelligkeit basieren, den Zwischenspeicher. Die Cache-Abschaltung erfolgt über das Entwicklermenü, das Normalnutzer nur sehen, wenn sie es in den erweiteren Einstellungen aktiviert haben. Doch laut Apple gab es beim Betrieb von Safari in diesem Modus besagten Bug. Consumer Reports schaltet den Cache laut eigenen Angaben bei Akkutests regelmäßig ab, um eine höhere Batteriebelastung zu erzeugen.

Apple schreibt in seinem Statement weiter, diese Einstellungen entsprächen nicht der "Echtweltbenutzung". Mit normalen Nutzereinstellungen sei das Akkuproblem auch nicht aufgetreten, die Batterien hätten konstant das erwartete Ergebnis geliefert. Der Bug ist laut Apple behoben worden – der Fix dürfte in macOS 10.12.3 folgen, das aktuell im Betatest ist. Apple betonte, das neue MacBook Pro sei "das beste Notebook, das wir je gemacht haben". Man respektiere Consumer Reports und sei "froh darüber, dass sie sich entschieden haben, die Ergebnisse zum MacBook Pro nochmals zu prüfen".

Consumer Reports will die Testreihe nun wiederholen. Wie es dazu kam, dass den Testern Akkulaufzeiten von 19 Stunden mit dem Bug gelangen, bleibt nach wie vor unklar – viele Beobachter hielten den Wert für unrealistisch. (bsc)