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Nach Nokia-Klagen: Apple wirft Withings raus

Die vernetzten Geräte des zu Nokia gehörenden französischen Herstellers sind auf den Seiten des Apple Stores nicht mehr zu finden. Ähnlich ist Apple schon bei zurückliegenden Patentstreitigkeiten vorgegangen.

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Withings-Fieberthermometer

Accessoires von Withings sind nicht länger im Sortiment von Apples Online-Store.

(Bild: Hersteller)

Apple hat Produkte von Withings aus dem eigenen Online-Handelskanal entfernt. Dort sind die vernetzten und App-gesteuerten Geräte – darunter eine Waage, ein Blutdruckmessgerät und ein Fieberthermometer – inzwischen nicht mehr zu finden. Ob der Konzern diese auch in allen hauseigenen Ladengeschäften aus dem Sortiment nimmt, bleibt vorerst offen. Der Schritt folgt unmittelbar auf den Beginn eines weiteren großen Patentstreits zwischen Nokia und Apple. Nokia hatte den französischen Fitnessgeräte-Hersteller Withings im April 2016 für 170 Millionen Euro übernommen.

Das finnische Unternehmen hat den iPhone-Hersteller innerhalb weniger Tage in bislang elf Ländern wegen der angeblichen Verletzung von 40 Patenten verklagt und fordert einen Einfuhr- und Verkaufsstopp für Apple-Produkte in den USA. Apple geht juristisch gegen Nokia sowie mehrere Patentverwerter vor und wirft ihnen wettbewerbswidriges Verhalten vor: Nokia weigere sich, Lizenzen für die Patente auf fairer Basis anzubieten, und bediene sich der “Taktiken eines Patenttrolls”, so Apple. Durch Aufteilung des Patentportfolios unter Patentverwertern versuche der finnische Telekommunikationsausstatter, Unternehmen wie Apple “exorbitante Umsätze abzunötigen”.

Eine ähnliche Maßnahme hat Apple vor gut zwei Jahren gegen den Audio-Hersteller Bose ergriffen: Nachdem Bose der Apple-Tochter Beats die Verletzung mehrere Patente rund um das Unterdrücken von Umgebungsgeräuschen vorgeworfen hatte, drohte Apple damit, die Produkte des Patentinhabers aus dem Programm zu nehmen. Wenig später wurde der Patentstreit beigelegt. Apple betreibt neben dem Online-Store knapp 500 Ladengeschäfte in fast zwanzig Ländern, etwas mehr als die Hälfte davon in den USA. Die Läden gelten als extrem lukrativ: Seit Jahren erzielt kein US-Händler mehr Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche. (lbe)