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Nach Spionagechip-Vorwürfen: Apple dementiert kategorisch

In Servern in seinem Netzwerk seien keine "bösartigen Chips" entdeckt worden, so der Konzern in Reaktion auf einen Bericht. Auch gebe es keine FBI-Untersuchung.

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Apple-Logo an Apple-Laden.

(Bild: dpa, Mark Lennihan/AP)

Apple hat einen Bericht, laut dem in Chips des Konzerns in iCloud-Rechenzentren chinesische Spionagetechnik verbaut war, mit scharfen Worten dementiert. In der auf Apple.com veröffentlichten Stellungnahme zu den schwerwiegenden Vorwürfen des US-Magazins Bloomberg Businessweek heißt es, man habe in den vergangenen zwölf Monaten wiederholt erklärt, dass an diesen Behauptungen nichts dran sei.

"Wir wollen zu dieser Tatsache ganz klar sein: Apple hat nie bösartige Chips, 'manipulierte Hardware' oder absichtlich platzierte Schwachstellen in Servern gefunden", erklärte der iPhone-Konzern. Auch habe man – anders als in Bloomberg Businessweek dargestellt – nie das FBI über verdächtige Chips informiert und es existiere laut eigenen Erkenntnissen und denen "unserer Kontakten bei den Strafverfolgungsbehörden" auch keine entsprechende Untersuchung. Apple gehe stets transparent mit der Frage um, wie man Daten behandele und schütze.

Nur einmal sei auf einem Server der von in dem Bericht genannten Lieferfirma Super Micro im Apple-Labor ein infizierter Treiber gefunden worden. Dabei sei aber keine zielgerichtete Attacke gegen Apple festgestellt worden, sondern es habe sich um eine "zufällige Infektion" gehandelt. "Hätte es [einen solchen Fall] gegeben, hätten wir dies mitgeteilt und würden eng mit den Behörden zusammenarbeiten." Apple-Ingenieure führten "reguläre und rigorose Sicherheitsüberprüfungen" durch, um sicherzustellen, dass die eigenen Systeme sicher seien.

Der langjährige Apple-Beobachter John Gruber meinte zu dem starken Dementi, natürlich sei es die Aufgabe von Apples PR-Abteilung, "die Wahrheit im Sinne der Firma darzustellen". Allerdings lüge diese nicht, da es um Apples Glaubwürdigkeit gehe: "Eher würden die nichts sagen als zu lügen." In seiner Stellungnahme schreibt Apple zudem, man wolle klarstellen, "dass wir keiner Art von Verschwiegenheits- oder anderen Vertraulichkeitsverpflichtungen unterliegen". Entsprechend besteht laut dem Konzern auch keine "Gag Order" der amerikanischen Regierung, mit der Apple verpflichtet wäre, – etwa aus Gründen der nationalen Sicherheit – zu den Vorfällen zu schweigen.

Zugleich ist aber auch der Bloomberg Businessweek-Bericht sehr detailreich. Demnach laufen bereits seit drei Jahren geheime Ermittlungen der US-Behörden im Zusammenhang mit den Spionage-Chips. Die Ermittler hätten herausgefunden, dass sie in Fabriken in China in die Elektronik der Server von Super Micro eingeschleust worden seien und vermuteten chinesische Militärhacker dahinter.

Deren Ziel sei es gewesen, langfristigen Zugang zu Geheimnissen von Unternehmen und Behörden zu bekommen, habe einer der Regierungsmitarbeiter erklärt. Um Kundendaten sei es nicht gegangen. Server mit Technik von Super Micro seien unter anderem in Banken, bei Anbietern von Cloud-Diensten und Web-Hostern im Einsatz.

Super Micro teilte mit, dem Unternehmen seien keine Ermittlungen zu den genannten Vorwürfen bekannt und man sei auch von keiner Regierungsbehörde kontaktiert worden. Aus dem Apple-Dementi geht zugleich auch hervor, dass Bloomberg bereits mindestens seit November 2017 an der Geschichte dran war. (mit Material von dpa)

[Update 05.10.18 13:17 Uhr:] Apple hat seine Erklärung mittlerweile auch in deutscher Sprache publiziert – ein ungewöhnliches Vorgehen, das demonstriert, wie ernst der Konzern die Vorwürfe offenbar nimmt. (bsc)