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Nach Verkaufsverbot: Apple nimmt iPhone-Modelle aus den Läden

Apple will gegen das von Qualcomm in Deutschland erwirkte Verkaufsverbot Berufung einlegen. iPhone 7 und 8 gibt es vorerst nur noch bei anderen Händlern.

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iPhone 7

iPhone 7 und iPhone 8, die beide als etwas günstigere Einstiegsmodelle geführt werden, gibt es vorerst nicht mehr in den deutschen Apple-Läden.

(Bild: dpa, Monica Davey)

Apple hat sich über ein am Donnerstag getroffenes Urteil des Münchner Landgerichtes enttäuscht gezeigt – das Unternehmen werde in Berufung gehen. Aufgrund einer Patentverletzung hat Qualcomm ein Verkaufsverbot für bestimmte ältere iPhone-Modelle bis hin zum iPhone X erwirkt.

Apple will deshalb die Modellreihen iPhone 7 und iPhone 8 aus den fünfzehn eigenen Ladengeschäften in Deutschland nehmen – für den Zeitraum des Berufungsverfahrens. Das iPhone X bietet der Hersteller selbst nicht mehr an.

Alle iPhone-Modellreihen sollen aber unverändert über Apples Mobilfunkpartner und andere Händler erhältlich sein, wie der Konzer gegenüber Mac & i mitteilte. Die 2018 neu eingeführten iPhones XR, XS und XS Max sind von dem Verkaufsverbot nicht betroffen.

Qualcomms Vorgehen sei ein "verzweifelter Versuch, von den tatsächlichen Problemen zwischen unseren Unternehmen abzulenken", teilte Apple mit – und schade damit Innovation sowie Endkunden. "Qualcomm besteht darauf, exorbitante Gebühren zu erheben, basierend auf Leistungen, die man selbst nicht erbracht hat und wird aufgrund seines Verhaltens von Behörden auf der ganzen Welt untersucht", erklärte Apple.

Apple und große iPhone-Auftragsfertiger werfen Qualcomm vor, doppelt abzukassieren: Der Hersteller verdiene nicht nur an den gelieferten Chips, sondern fordere zusätzlich einen Anteil am Verkaufspreis jedes Smartphones als Lizenzzahlung.

Im Frühjahr signalisierte Qualcomm noch Kompromissbereitschaft: Bei der Berechnung der Lizenzgebühren auf Qualcomm-Patente sei eine neue Preisobergrenze von 400 Dollar für Smartphones festgelegt worden, wie Firmenchef Steve Mollenkopf mitteilte – dies lag zuvor bei 500 Dollar. Die Lizenzabgaben werden also auf einen Gerätepreis von maximal 400 Dollar berechnet, egal wie viel teurer die Telefone tatsächlich sind – der Einstiegspreis des 2018er iPhone liegt bei 750 Dollar (knapp 850 Euro). (lbe)