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Nachrichten-Abo-Dienst von Apple: Große US-Zeitungen wollen angeblich nicht

"New York Times" und "Washington Post" haben bei Apple News offenbar noch nicht unterschrieben. Der Service könnte 10 US-Dollar im Monat kosten.

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(Bild: Apple)

Apples neuer Abodienst für Magazine und Zeitschriften steht offenbar kurz vor dem Start – allerdings fehlen dem Konzern noch wichtige Medien. Laut einer Meldung des Nachrichtenportals BusinessInsider konnte Apple bislang weder die New York Times noch die Washington Post von dem Service überzeugen, der wohl unter dem Apple-News-Banner laufen wird. Angeblich ist eine Monatsgebühr von 10 US-Dollar vorgesehen. Dabei möchte Apple selbst angeblich die Hälfte der Erlöse kassieren.

Der Dienst kombiniert nach bisherigen Berichten den von Apple übernommenen Magazin-Service Texture mit dem der Apple-News-Anwendung zu einem "Netflix für News". Eine Vorstellung könnte bereits in der kommenden Woche erfolgen, dann lädt Apple zum "Show Time"-Event nach Cupertino (Mac & i berichtet live). Die Veranstaltung wird wohl auch den Start eines lange erwarteten Videoservices umfassen.

Während New York Times und Washingtin Post dem Dienst ablehnend gegenüberstehen, scheint Apple das Wall Street Journal bereits "im Sack" zu haben. Zumindest gibt es angeblich "produktive Gespräche". Die Wirtschaftszeitung geht angeblich davon aus, dass man mit dem Apple-Dienst ein "viel größeres Publikum" als mit aktuellen Methoden ansprechen kann. Apple scheint den Verlagen ein ähnliches Modell wie bei Apple Music schmackhaft machen zu wollen. Der Konzern kenne das Abogeschäft weshalb man nun das Gleiche für Nachrichten machen wolle.

Bei den Publishern kommt diese Argumentation teilweise an, teilweise nicht. Viele Magazinabonnenten seien "wahre Fans" und interessierten sich nicht für 100 Zeitschriften, die Apple offenbar anbieten will, so ein Manager zu BusinessInsider. Von den geplanten 10 Dollar im Monat sollen 5 Dollar an die Verleger gehen, allerdings wird die Summe offenbar je nach Nachrichtenkonsum verteilt – ähnlich wie man das von Apple Music und den Musikunternehmen kennt.

Verlage verlangen aktuell von ihren direkten Abonnenten deutlich mehr Geld. So will die New York Times für ihr eigenes Angebot allein 15 Dollar im Monat sehen, die Wahsington Post 10 Dollar. Das Wall Street Journal ist mit 39 Dollar pro Monat sogar noch signifikant teurer, wendet sich aber auch an Profis. Alles diese Angebote gibt es jedoch teilweise signifikant vergünstigt, zumindest für Neuabonnenten.

Ein Verlagsmitarbeiter wurde mit der Aussage zitiert, die 85 Millionen Nutzer, die ein solcher Dienst vielleicht ansprechen würde – ungefähr so viele Abonnenten hat derzeit Apple Music –, werde den Verlagen nicht sonderlich viele Zusatzabos verschaffen. Unklar ist auch, ob Apple Daten über Nutzer mit den Verlagen teilt – dies hatte der Konzern bislang verweigert. (bsc)