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Nacktbilder von Promis im Netz angeblich durch Angriffe auf iCloud

Erneut klauen Angreifer private Bilder von jungen Promi-Frauen und stellen sie ins Internet. Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence will jeden belangen, der die Fotos von ihr postet.

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Mehrere weibliche US-Stars sind Opfer eines mutmaßlichen Hackerangriffs geworden, der seinen Ursprung in Angriffen auf Apples Speicherdienst iCloud haben soll. Unbekannte stellten am Sonntag Dutzende Nacktfotos ins Netz, die unter anderem Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence, die Schauspielerinnen Brie Larson und Mary Elizabeth Winstead sowie das Modell Kate Upton zeigen. "Das ist ein abscheulicher Eingriff in die Privatsphäre", schrieb ein Sprecher des "Tribute von Panem"-Stars Lawrence in einem Statement, das US-Medien veröffentlichten. "Wir haben die Behörden eingeschaltet und werden jeden belangen, der die gestohlenen Fotos von Jennifer Lawrence postet."

Vor zwei Jahren war ein Hacker nach mehreren Cyberattacken auf US-Stars zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann aus Florida hatte ein knappes Jahr lang mehr als 50 Opfer, darunter Scarlett Johansson, Mila Kunis oder Christina Aguilera, ausspioniert. Er hackte ihre Konten, griff auf private Fotos und Informationen zu und verbreitete sie im Internet. So tauchten Nacktfotos von Johansson im Netz auf. Die Schauspielerin hatte die Bilder selbst zu Hause vor einem Spiegel mit einer Handykamera aufgenommen.

Jennifer Lawrence bei den 83. "Oscars".

(Bild: Mingle MediaTV / Wikipedia / Derivative work: Tabercil / cc-by-sa-2.0 )

Auch die jetzt veröffentlichten Fotos scheinen größtenteils mit Smartphones wie dem iPhone aufgenommen worden zu sein. Die Schauspielerin Mary Elizabeth Winstead ("Stirb Langsam 4.0"), die ebenfalls Opfer des mutmaßlichen Hackerangriffs wurde, twitterte: "Ich habe die Fotos vor langer Zeit gelöscht. Das muss ein unheimlicher Aufwand gewesen sein." Sie habe die Bilder gemeinsam mit ihrem Ehemann aufgenommen. Andere Promis bestreiten, dass die Aufnahmen echt sind. "Diese sogenannten Nacktbilder von mir sind ein Fake", twitterte Victoria Justice, die durch die Jugendserie "Zoey 101" bekannt wurde.

Wie die Bilder ins Netz gelangten, steht bislang nicht zweifelsfrei fest. Im 4chan-Forum wurde laut einem Bericht von The Verge kolportiert, die Daten stammten von den iCloud-Accounts der Künstlerinnen. Lawrence hatte sich im Mai öffentlich in einem Interview beschwert, der Apple-Speicherdienst bitte sie immer wieder darum, ein Backup ihrer Daten anzulegen. "Ich sag' dann immer: Ich weiß nicht, wie ich dich backuppen soll. Mach' es selbst."

Beim letzten großen Promihack hatte der Angreifer auf schlichte Social-Engineering-Tricks gesetzt – beziehungsweise Sicherheitsfragen erraten. Ob dies auch diesmal der Fall war, ist unklar, von offenen Sicherheitslücken bei iCloud ist bislang aber nicht die Rede. Es sollen allerdings Proof-of-Concept-Tools für Brute-Force-Angriffe kursieren. Apple bietet für iCloud seit längerem eine Zwei-Faktor-Authentifizierung an, die man auch nutzen sollte. (mit Material von dpa) / (bsc)