Neue Regeln für Apples App Store: Werbung in Push-Benachrichtigungen erlaubt

Apple hat seine Review-Guidelines an verschiedenen Stellen präzisiert, etwa beim Datenschutz, illegalen Apps und der Reklame. Das ist gut – und schlecht.

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App Store auf einem iOS-Gerät.

(Bild: dpa, Ritchie B. Tongo/EPA)

Von
  • Ben Schwan

Es gibt kaum etwas Nervigeres als Push-Benachrichtigungen, die zu Werbezwecken versendet werden. Apple hatte diese für App-Store-Anwendungen bislang offiziell verboten – was viele Nutzer schätzten. Unschönerweise hielten sich viele Entwickler aber nicht daran, selbst bekannte Marken verstießen gegen die Regel. Aus dem Angebot herausgeworfen wurden Apps jedoch nur selten.

Mit einer neuen Version der offiziellen App-Store-Regeln, die der iPhone-Hersteller im Rahmen seiner App-Überprüfung durchsetzt, hat Apple hier nun eine Änderung vorgenommen. Künftig ist es laut der Review Guidelines grundsätzlich erlaubt, dass Entwickler Reklame über diesen Kanal versenden – allerdings nur dann, wenn Nutzer explizit zugestimmt haben. Letztere Zustimmung wurde bislang häufig schlicht nicht abgefragt – hatte man Benachrichtigungen aktiviert, bekam man auch – ab und zu – Werbung.

In der neuen Regel 4.5.4 heißt es nun, Benachrichtigungen dürften nicht zwingend sein und dürfen auch keine sensiblen oder geheimen Informationen verschicken. Für Werbung und Direktmarketingzwecke dürfen sie nicht verwendet werden, solange ein Kunde nicht "explizit einen Opt-In vorgenommen" hat. Dazu muss es einen entsprechenden Dialog in der Oberfläche der jeweiligen App geben, zudem ist dort auch eine Möglichkeit zur Streichung der Genehmigung (Opt-Out) zu geben. "Missbrauchen Sie diese Dienste, kann das dazu führen, dass wir Ihnen Ihre Privilegien entziehen", so Apple weiter – das kann bis zur Sperrung des Entwickler-Accounts führen.

Weitere neue Regeln betreffen Apps, die gesetzeswidrigen Zwecken dienen – diese werden nun auch zurückgewiesen, wenn sie dazu dienen, Strafverfolgung zu entgehen. Das heißt, dass womöglich auch Blitzer-Apps nicht mehr zugelassen werden. Erweitert wurde auch die Definition von "Spam"-Apps. Hellseher-Programme und bestimmte Dating-Apps können standardmäßig zurückgewiesen werden. Im Bereich Banking und Finanzen brauchen Entwickler gegebenenfalls Genehmigungen lokaler Behörden.

Ortsbasierte Dienste zur Notfallhilfe dürfen entsprechende APIs nur nutzen, wenn User genau aufgeklärt werden. Mobile-Device-Management-Apps können in "eingeschränkten Fällen" zusätzliche Daten aus Third-Party-Analytics-Tools übernehmen, wenn es um die Leistungsfähigkeit der Apps geht – private Daten der Nutzer sind tabu. Weiterhin betont Apple, dass Entwickler Kunden "mit Respekt behandeln" müssen. Das betrifft Spam, Marketing und Kundendienst ebenso wie deren Daten. (bsc)