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Neue Kreditkarte: Apple will bis zu 24,24 Prozent Zinsen sehen

Zusammen mit der Bank Goldman Sachs bringt der Konzern erstmals digitales Plastikgeld auf den Markt. Billig ist es trotz grundsätzlicher Gebührenfreiheit nicht.

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(Bild: Apple)

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Wenn Apple eine eigene Kreditkarte herausgibt, muss diese innovativ sein – so jedenfalls der Anspruch des Konzerns, der ein solches Bankingprodukt am Montag für seine Kunden in den USA präsentiert hat.

Eine Eigenschaft der neuen Apple Card, die man sich direkt vom iPhone bestellen kann, ist allerdings äußerst altbacken: Die bei US-Kreditkarten typischen extrem hohen Zinsen. Dabei hatte Apple die Karte explizit als "günstig" beworben.

Laut dem Kleingedruckten liegt der effektive Jahreszins (APR) nämlich bei bis zu 24,24 Prozent – "je nach Kreditwürdigkeit", so der Konzern. Bestenfalls sind bei einem guten Credit Rating 13,24 Prozent APR zu zahlen, sollte man den Monatsbetrag nicht ausgleichen. Apple-Kommentatoren in den USA kritisierten die Darstellung, dies sei "günstig". So schrieb der bekannte Blogger John Gruber, 24,24 Prozent sollten "als kriminell gelten" und 13,24 Prozent seien eben "nicht niedrig". In der Tat gibt es auf dem Markt durchaus günstigere Produkte.

Weitere Pferdefüße sind ebenfalls vorhanden. Die Apple-Karte ist zwar grundsätzlich gebührenfrei – auch wer zu spät zahlt, erhält keine Extraspesen aufgeschlagen. Allerdings entstehen dann natürlich mehr Zinsen auf das höhere Soll. Immerhin ist es möglich, mit der Apple Card einen besseren Überblick zu erhalten als bei vielen anderen in den USA üblichen Kreditkarten: Nutzer sehen zum Beispiel, wie viele Zinsen anfallen, wenn sie nur den Mindestbetrag bezahlen. Zudem kann man etwa einstellen, die ausstehende Summe in drei Monatsraten abzustottern (mit Zinsen, versteht sich).

Die Apple Card ist tief in Apples iOS-Betriebssystem integriert. Die mit iOS 12.2 mitgelieferte App Wallet (Geldbörse) enthält auch die Kartenverwaltung samt Anzeige der Einkäufe. Apple stellt diese automatisch nach Warengruppen zusammen und zeigt zudem an, wo der Handel konkret erfolgte, außerdem gibt's Trendübersichten beim persönlichen Geldausgang.

Weiterhin gibt es Zahlungswarnungen – etwa beim Auslandseinsatz – direkt aufs Handy; auf diese soll man dann direkt reagieren können. Apple gibt auch eine physische Karte heraus, will aber, dass Kunden möglichst Apple Pay als kontaktlosen Bezahldienst verwenden. Der Konzern bietet sogenanntes Cashback an: Dieses liegt zwischen 1 und 3 Prozent der Umsatzsumme und wird unbegrenzt täglich auf eine Apple-Cash-Karte ausgezahlt. Diese lässt sich im Alltag oder – was sinnvoll ist – zum Begleichen der Kartenrechnung verwenden.

Die Kreditkarte ist zusammen mit dem Bankhaus Goldman Sachs entwickelt worden – es ist dessen erstes Plastikgeld für Endkonsumenten. Als Plattform verwendet Apple das Mastercard-Netzwerk. Ob und wann die Kreditkarte auch außerhalb der USA offeriert wird, steht noch in den Sternen.

[Update 26.3.2019 14:50 Uhr] Gewöhnlich fallen Zinsen erst an, wenn das Soll zu einem bestimmten Termin nicht ausgeglichen wurde – so dürfte es auch bei der Apple Card sein. Die genauen Geschäftsbedingungen der Kreditkarte hat Apple bislang noch nicht veröffentlicht. (bsc)