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Neue MacBook-Pro-Modelle angetestet

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Die neuen MacBook-Pro-Modelle mit Sandy-Bridge-Prozessoren, welche Apple am Donnerstag vergangene Woche vorstellte, sind bereits im Handel erhältlich. Für einen ersten Testbericht stellte uns freundlicherweise der Gravis-Store Hannover drei Konfigurationen mit 13, 15 und 17 Zoll zur Verfügung.

Äußerlich sind die Neuen kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Man muss schon genau hinsehen, um das kleine Blitz-Symbol für die neue Schnittstelle Thunderbolt zu erkennen, das die Buchse für den Mini-DisplayPort ziert. Diese von Apple im Verein mit Intel entwickelte Technik erlaubt die Datenübertragung mit maximal 10 Gigabit pro Sekunde und ist somit doppelt so schnell wie USB 3.0 und zwölf mal so schnell wie FireWire 800. Für Mac-Fans ein Segen, denn USB 3.0 wird von Apple nicht unterstützt und FireWire spielt am Markt kaum noch eine Rolle. Leider gibt es bislang für Thunderbolt keinerlei Peripherie, mit der man die Leistungsfähigkeit messen könnte, doch das dürfte sich bald ändern.

Startet man die neuen Pro-MacBooks mit gedrückter T-Taste, erscheint auf dem Bildschirm neben dem FireWire- ein Thunderbolt-Symbol für den Target-Disk-Modus. Es lassen sich offenbar auch über die neue Schnittstelle zwei Macs mit einem Kabel direkt so miteinander verbinden, dass sich der eine wie eine Festplatte verhält, die der andere auf seinem Desktop mountet.

Bisher gibt es noch keine speziellen Kabel zu kaufen, wenngleich im Internet bereits erste Fotos von Kabeln mit Thunderbolt-Symbol aufgetaucht sind. Auch wenn die äußerlich identische Schnittstelle das vermuten lassen könnte und alle 20 Pins in den Steckern belegt sind: Thunderbolt und Mini-DisplayPort sind anscheinend nicht identisch. Mit einer probehalber zwischen zwei Macs hergestellten Verbindung über ein Kabel von Mini-DisplayPort auf Mini-DisplayPort konnten wir den Target-Disk-Modus nicht einstellen. Weder tauchte das Festplattensymbol auf dem Wirts-Mac auf, noch erschien im Systemprofiler der zweite Mac. Möglicherweise steckte aber auch ein Firmware-Problem dahinter, das Apple durch ein Update beheben könnte.

Spannende Frage für die Interessenten ist, ob sich die mit vier Rechenkernen und erheblichem Übertaktungspotenzial durch Turbo Boost ausgestatteten größeren MacBook-Modelle gegenüber den 13-Zöllern mit höher getakteten Zweikernern durchsetzen können. Außerdem steht noch eine Bewährungsprobe für die verbesserte Chipsatzgrafik von Intel an. Auch hier liefert ein erster Test der Mac & i- Redaktion einige Antworten.

Während das günstigere MacBook Pro mit 13 Zoll Bildschirmdiagonale einen Core-i5-Prozessor mit zwei Kernen besitzt, haben wir das etwas besser ausgestattete Modell mit 2,7-GHz-Core-i7 untersucht, das ist ebenfalls ein Zweikerner. Die Unterschiede in der CPU-Performance sind gegenüber dem früheren Modell mit 2,66-GHz-Core-2-Duo zum Teil eklatant. Die Rechenleistung in Cinebench 11.5 konnte das aktuelle Testgerät gegenüber dem Vorgänger von 1,51 auf 2,88 Punkte beinahe verdoppeln. Beim MP3-Kodieren in iTunes legte es um etwa 50 Prozent zu (41 statt 60 Sekunden).

Negativ wirkte sich der Wechsel der Chipsatzgrafik von Nvidia (GeForce 320M, bisherige 13-Zoll-Konfiguration) zu Intel (HD Graphics 3000) aus: Der Open-GL-Test in Cinebench 11.5 erbrachte nur 10,83 statt 11,42 Punkte. Im 3D-Ballerspiel Doom 3 sackte die Zahl der Frames pro Sekunde leicht von 82 auf 77. Immerhin ist die neue Intel-Chipsatzgrafik erheblich schneller als die alte (die ohne 3000), die noch in den 15- und 17-Zoll-Konfigurationen der letzten MacBook-Pro-Generation steckte.

Im MacBook Pro 15" arbeitet Intels i7-Quad-Core mit 2,0 GHz. Der Vierkerner rockte beim Rendern mächtig los und ließ den Vorgänger (Dual-Core i7, 2,66 GHz) mit 4,72 gegenüber 2,55 Punkten deutlich hinter sich. Auch die neue AMD-Grafik Radeon HD 6490M schnitt mit 20,84 statt 15,82 Punkten erheblich besser ab als die Nvidia-GPU im Vormodell.

Das MacBook Pro 17" erzielte mit seiner um 200 MHz schnelleren CPU etwas mehr Punkte (5,35). Der eingebaute Grafikchip Radeon HD 6750M ist deutlich schneller und bringt das Vierfache an Bildspeicher mit, was mit 35,29 Punkten zu mehr Cinebench-Leistung führte, als beide anderen Kandidaten zusammen zustande brachten.

Die neuen Pro-MacBooks im ersten Test (4 Bilder)

Drei MacBook Pro mit 17-, 15- und 13-Zoll-Display trafen für einen ersten Test ein.

Für den Kenner nicht ganz überraschend schnitten beide Vierkerner bei unserem Test mit iTunes schlechter ab als der ebenfalls neue 13-Zöller mit 2,7 GHz: iTunes nutzt nur zwei Kerne, da schlägt die nominell höhere Taktrate des Kleinen durch. Beim 15-Zöller dauerte das MP3-Kodieren von 15 Songs 48 Sekunden, beim 17-Zöller waren es 42 und beim 13 Zöller 41 Sekunden. Das bei den Vierkernern deutlich größere Übertaktungspotenzial durch Turbo Boost bringt bei solchen für einen oder zwei Kerne ausgelegten Aufgaben offenbar weniger. Der 13-Zöller kann seinen Zweikerner von 2,7 auf 3,4 GHz übertakten, der 15-Zöller turboboostet von 2,0 auf maximal 2,9 GHz und beim 17-Zöller wird die Taktfrequenz kurzfristig von 2,2 auf 3,3 GHz hochgequält.

Die Handbücher zu den neuen MacBook-Pro-Modellen, die übrigens kein Windows Vista und XP in Bootcamp mehr unterstützen, hat Apple kürzlich ins Internet gestellt. Einen ausführlichen Testbericht bringt c't in der kommenden Ausgabe 7/11, die am 14. März in den Handel kommt. (jes)