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Neuer Streamingdienst: Kein Sex bitte, wir sind Apple

Schimpfwörter, Gewalt und Nacktheit sollen in den TV-Serien des iPhone-Produzenten möglichst unterbleiben, behaupten Insider. Eine Show wurde schon gecancelt.

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Tim Cook

Tim Cook, Geschäftsführer von Apple, spricht im Steve Jobs Theater über das Apple iPhone XS und das Apple iPhone XS Max.

(Bild: dpa, Marcio Jose Sanchez/AP)

Apples neuer Videodienst, geplant für das kommende Jahr, verfolgt inhaltlich offenbar ganz bestimmte Ansprüche: Er soll möglichst jugendfrei und unpolitisch sein. Das erklärten Insider, die mit den Verhandlungen beim Einkauf von Content für Apple beschäftigt sind, gegenüber dem Wall Street Journal. Das Unternehmen hat insgesamt eine Milliarde US-Dollar für den Kauf von Filmen und TV-Serien sowie deren Entwicklung abgestellt.

Laut dem Bericht sollen Apples Inhalte "dunklere Themen und Erwachseneninhalte" möglichst vermeiden. Apple wünsche sich "Qualitätsinhalte mit Stars und breiter Anziehungskraft", unnötige Sexszenen, Schimpfwörter und Gewalt seien zu vermeiden. Dies soll Apples oberste Ebene entschieden haben.

So habe Konzernchef Tim Cook dafür gesorgt, dass die autobiografische Serie "Vital Signs" über das Leben des Rappers Dr. Dre eingestampft wurde. Es soll darin Gewaltszenen, Drogen- und Sex-Darstellungen gegeben haben. Pikant daran: Dr. Dre, im richtigen Leben Andre Young, ist beziehungsweise war selbst Apple-Mitarbeiter.

Nur wenige der mehr als 20 verschiedenen Apple-TV-Serien soll ein "TV-MA"-Rating erhalten, also erst für Erwachsene freigegeben sein. Apple-intern soll es dazu intensive Diskussionen geben, da Konkurrenten wie Netflix oder Amazon Prime kein Problem mit Inhalten haben, die "edgy" sind.

Die ehemaligen Sony-Manager Jamie Ehrlicht und Zack Van Amburg, die den Aufbau des Dienstes leiten, stehen für Formate wie "Better Call Saul" und ähnliche Serien, die kein Problem mit Sex und Gewalt haben.

Einige der Filmemacher, die Apple anwarb, sollen zwischenzeitlich das Handtuch geworfen haben, etwa der erste Showrunner eines "Amazing Stories"-Reboots. Der bekannte Regisseur M. Night Shyamalan bekam von Apple zu hören, er solle religiöse Themen und Politik besser ausblenden. (bsc)