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Apples neuer Videodienst: Tim Cook und seine Manager greifen angeblich (zu) stark ein

Die Apple-Manager haben offenbar sehr viele "Notes" für Regisseure und Autoren, was die Hollywood-Produktionen für Apples neuen Filmservice angeht.

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Apple TV am Fernseher.

(Bild: Apple)

Dass Apple an einem eigenen Videodienst schraubt und dazu diverse Hollywood-Größen engagiert hat, ist allgemein bekannt. Von Steven Spielberg über J.J. Abrams bis hin zu Oprah hat sich der Konzern Stars und Sternchen gesichert.

Wie es bei dem mehrjährigen Projekt intern vorangeht, blieb allerdings bislang weitgehend unter der Decke. Nun will die New York Post Details zur Zusammenarbeit zwischen Apple und seinen Content-Lieferanten erfahren haben – und sie sprechen eher für einen dysfunktionalen Umgang miteinander.

Laut dem Bericht verhalten sich Apples Manager bei den Film- und TV-Produkten erstaunlich "zudringlich" – bis hoch zu Konzernchef Tim Cook. Selbst dieser gebe Schauspielern, Produzenten und Regisseuren "Notes", also Hinweise, wie sie Inhalte zu gestalten haben. Das mache Apple "schwierig" als Auftraggeber für die Kreativen, die auch "fehlende Transparenz" sowie sich zu häufig verändernde Zielsetzungen beklagen.

Cook soll so zum Beispiel häufig fordern, dass Shows "nicht so bösartig" ("Don't be so mean!") sein dürften. Dass Apple familienfreundliche Inhalte anstrebt und daher Sex- und Gewalt-Szenen gegenüber eher unaufgeschlossen ist, war bereits bekannt. Ein wichtiger Showrunner, der bekannte Produzent Bryan Fuller ("Pushing Daisies", "American Gods"), soll wegen kreativer Differenzen bereits vor einem Jahr das Handtuch geschmissen haben.

Cook & Co. sollen das bislang erstellte Material auch regelmäßig sichten. So habe Cook ein SciFi-Drama ("See") angeschaut und eine Show mit Reese Witherspoon und Jennifer Aniston. Grundsätzlich sei Apple "stark involviert", was zu Verzögerungen führen könne – zudem gebe es auch technische Probleme.

"Die Leute sind auch ein bisschen irritiert, weil Apple den Starttermin dauernd verschiebt", so eine Quelle zur New York Post. Es würden große Veränderungen durchgeführt, neue Autoren beschäftigt und alte gekündigt, sagte ein Produzent. Zudem seien viele der Produktionen "nicht so gut, wie sie es sich erhofft haben".

Derzeit sieht vieles danach aus, dass Apple seinen Videodienst mit eigenen Inhalten im April starten könnte – mit einer Vorstellungsveranstaltung im März. Alternativ könnte sich der Termin aber nochmals nach hinten verschieben.

Ob der Dienst etwas kostet und wie er konkret vermarktet wird, ist bislang noch nicht durchgedrungen. Offenbar möchte Apple ähnlich wie Amazon mit eigenen "Channels" arbeiten, die von anderen Anbietern stammen, diese müsste man dann kostenpflichtig dazubuchen. (bsc)